Pleiten, Pech und Rucksackgate – Peter Knäbel beim HSV

Im dichten Knäbel

19 Monate war Peter Knäbel beim HSV. Als Direktor Profifußball, Interimstrainer, Opfer einer peinlichen Park-Panne. Die Chronologie eines Missverständnisses.

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19. Juli 2014 / Sommerpause
Wenige Tage nach dem Rauswurf von HSV-Sportchef Oliver Kreuzer fragt die »Bild« ganz aufgeregt: »Beiersdorfer: Wie lange wartet er noch auf Knäbel?« Kontakt zum Technischen Direktor des Schweizer Fußballverbandes soll bereits seit acht Wochen bestehen. Außerdem in der Verlosung: »Andere Kandidaten. Zu dem Kreis zählt auch Ex-HSV-Kapitän Nico Hoogma«.

21. August 2014 / einen Tag vor Saisonbeginn
Die »Bild« vermeldet: »Peter Knäbel (47) kommt und wird spätestens im September neuer Sportdirektor des HSV.« Hamburgs Aufsichtsrats-Chef Karl Gernandt soll dafür extra einen »Geheimflug« nach Bern getätigt haben, im Raum steht eine Ablöse von 150.000 Euro. Weil der Schweizer Fußballverband darum gebeten habe, »in ruhigeren Phasen« des HSV auf die Expertise seines abgehenden Technischen Direktors setzen zu dürfen, habe Gernandt das erlaubt.

9. September 2014 / 2. Spieltag / Tabellenplatz 17
HSV-Präsident Carl Jarchow gegenüber der »dpa«: »Ja, ich gehe davon aus, dass er hier anfängt.« Ottmar Hitzfeld, ehemals Nationaltrainer der Schweiz, verrät dem »Hamburger Abendblatt«: »Ich kann dem HSV zur Verpflichtung nur gratulieren. Peter ist ein absoluter Experte, was das Scouting und die Entwicklung von Spielern angeht.« Im Streit mit Oliver Kreuzer »einigt« sich der HSV außergerichtlich: Kreuzer bekommt bis Sommer 2016 sein volles Gehalt bezahlt – 800.000 Euro plus Zusatzleistungen.

1. Oktober 2014 / 6. Spieltag / Tabellenplatz 18
Peter Knäbel wird offiziell beim HSV als Direktor Profifußball vorgestellt. Gemeinsam mit Dietmar Beiersdorfer (Clubchef) und Bernhard Peters (Direktor Sport) bildet er die sportliche Leitung bei den Hamburgern. Seine Verpflichtung hat den HSV 100.000 Euro gekostet. Der ehemalige St.Pauli-Trainer Helmut Schulte: »Die Kombination aus Beiersdorfer, Knäbel und Peters ist genau das, was der HSV gebraucht hat.« Und: »Aus Peter hätte auch ein guter Trainer werden können.« Knäbel selbst sagt: »Der HSV ist wie ein Puzzle mit 1000 Teilen, das auf den Boden und auseinandergefallen ist.«

18. Oktober 2014 / 7. Spieltag / Tabellenplatz 17
In seinem ersten Interview als Direktor Sport wettert Knäbel gegen Twitter und Facebook (»Ein riesiger Ablenkungsapparat«). Einen Tag später erreicht der HSV ein 1:1 gegen Hoffenheim – und klettert auf Rang 16.

30. Dezember 2014 / Winterpause / Tabellenplatz 14
Kurz vor dem Jahreswechsel zieht Knäbel eine erste Bilanz: »Ein neuer Spieler, der mehr individuelle Torgefahr verspricht, täte uns sehr gut.« Die Hamburger haben in 17 Spielen neun Tore geschossen. Zweitschlechteste Mannschaft in dieser Hinsicht ist Tabellenschlusslicht SC Freiburg – mit 17 Toren.

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