Passt Stefan Effenberg zu Paderborn?

»Ich habe null Zweifel! Null Komma null!«

Wie ein eingecremter Raubvogel sitzt der Trainer am Nachmittag in der Pressekonferenz in der Benteler-Arena. »Helden geben nie auf«, steht auf seinem Namensschild. Die Jungs sind gefordert, der Druck ist da, wir müssen den Kampf annehmen und uns dementsprechend präsentieren: Schließt man die Augen, kann man sich von solchen Abstiegskampffloskeln auch an einen anderen Ort tagen lassen, nach Hannover oder Bremen.


Bild: Tobias Kappel

Nur ab und an durchschneidet eine typische Effe-Parole den Singsang, dann klingt er, Freunde der Sonne, wieder wie früher, wie der Held in einem US-amerikanischen Sportdrama, das von einem sensationellen Comeback handelt, vom Triumph über alle Widerstände, als wollte er, von einem Geigen-Glissandi untermalt, jetzt alle wachrütteln, die Spieler, die Fans, die drei Platzwarte, den Möbeltycoon, das weinende Kind in der Wasserrutsche und auch sich selbst: »Wir arbeiten hart, jeden verdammten Tag!«, ruft er. »Ich habe null Zweifel! Null Komma null!« Und: »Du musst in jeder Sekunde an dich glauben. Es wird die Zeit kommen, wo die Sonne wieder scheint.«
 
Dann gibt Manager Born den Termin für das Winterpausentestspiel gegen Rheda-Wiedenbrück bekannt, und Gesamtgeschäftsführer Martin Hornberger vermeldet, dass es bei der Partie gegen Düsseldorf Weihnachtscookies für die Kleinen geben werde. Stefan Effenberg versucht, einen Schluck Kaffee zu trinken und gleichzeitig süffisant zu lächeln. Das Spiel gegen die Fortuna drei Tage später endet torlos. Es ist das achte ohne Sieg.