Nur nicht nervös werden

Ruuuuuhig, Gelb-Schwarzer!

Nach Bert van Marwijk ist Jürgen Röber der zweite Trainer, der in dieser Saison aus seinem Amt als BVB-Trainer scheiden musste. So schwer es erscheinen mag: Die Verantwortlichen wären nun gut beraten, eine langfristige Lösung zu suchen. imago images
Den Untergang in die Zweitklassigkeit und die jüngste Bundesliga-Tabelle vor Augen, ist Borussia Dortmund auf der Suche nach dem letzten Rettungsanker. Bert van Marwijk wurde vor Weihnachten von Bord gejagt, nun verließ Jürgen Röber frustriert das sinkende Schiff.

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Er hinterließ eine Mannschaft, die nach seiner Aussage "den Ernst der Lage" offenbar noch nicht erkannt hat. Gesucht wird ein renommierter Trainer, ein so genannter harter Hund, der den trägen BVB-Profis in den restlichen neun Spielen der Saison Beine macht, um doch noch rechtzeitig das rettende Ufer zu erreichen. Doch welcher Trainer wagt sich nunmehr auf die Dortmunder Kommandobrücke? Es ist abenteuerlich, was sich derzeit beim BVB abspielt. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich mit der wirtschaftlichen Sanierung des sechsmaligen Meisters ein Denkmal gesetzt, aber in Sachen Personalpolitik zusammen mit Sportdirektor Michael Zorc kein glückliches Händchen bewiesen. Denn das, was derzeit das Gros der Mannschaft ausmacht, ist des Traditionsklubs nicht würdig. Längst sind die Worte von einer Kontinuität Schall und Rauch.

Stattdessen erleben die treuen Fans wie schon vor sieben Jahren den dritten Trainer in der laufenden Saison. Trainer-Entlassungen im Quartals-Rhythmus sind auch Kontinuität. Erinnerungen an die 80er Jahre werden wach, als Dortmund die Trainer schneller wechselte als die Statistiker reagieren konnten. Insgesamt verschlissen die Schwarz-Gelben in 40 Bundesliga-Jahren bereits 32 Coaches, wobei Ottmar Hitzfeld mit sechs und Matthias Sammer mit vier Jahren den Schnitt nach oben korrigieren. Der BVB wäre schlecht beraten, eine weitere Interimslösung zu installieren. Denn es ist wahrlich an der Zeit, wieder für Ruhe und jene oft zitierte Kontinuität zu sorgen. Gesucht wird ein fachlich unumstrittener Trainer, der perspektivisch denkt, arbeitet und den ambitionierten Klub auch sportlich saniert.


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Hier findet Ihr das Interview, das Jürgen Röber kurz vor seinem Rücktritt gab www.11freunde.de/bundesligen/100710