Nützliches Wissen zum Afrika Cup 2019

»Er führte nur seine Rastalocken spazieren«

7.
Ein paar Spitznamen der Teilnehmerländer:

Black Stars (Ghana)
Die Elefanten (Elfenbeinküste)
Die Adler von Karthago (Tunesien)


8.
Eigentlich sollte das Turnier 2015 in Marokko stattfinden, doch der marokkanische Fußballverband erklärte Ende 2014, das Turnier wegen der Ebolafieber-Epidemie in Westafrika nicht im Januar 2015 autragen zu wollen. Der afrikanische Fußballverband brauchte also rasch einen neuen Gastgeber: Die Wahl fiel auf Äquatorialguinea, wo die Meisterschaften bereits 2012 stattfanden. Die Fußball-Erfolge dieses Landes (etwa so groß wie Brandenburg) sind überschaubar: Null Teilnahmen bei Weltmeisterschaften, eine Teilnahme beim Afrika Cup 2012 (damals ebenfalls als Gastgeber). Immerhin gewann die äquatorialische Nationalmannschaft 2006 den CEMAC-Cup, ein Turnier, bei dem die Nationen Mitglieder der CEMAC (Communauté économique monétaire de l'Afrique Centrale) sein müssen. Das heißt: Hier treffen Mannschaften aus Tschad, Kongo, Gabun und Zentralafrika aufeinander. Gelegentlich spielt auch Kamerun mit. Gegen die gewann Äquatorialguinea auch das Finale von 2006 im Elfmeterschießen. Kleiner Schönheitsfehler: Der kamerunische Verband hatte zu diesem Turnier eine Amateur-Auswahl geschickt.


9.
Mannschaften, die es wirklich gibt:

King Faisal Babies FC Kumasi, Ghana

10.
Eine der lustigsten Figuren in der Geschichte des afrikanischen Fußballs ist der Togolese Tchanilé Bana. 2002 betreute er Togos Nationalteam, allerdings war sein Engagement nicht von Erfolg gekrönt, beim Afrika Cup in Mali schied Togo bereits in der Vorrunde aus. Doch Bana durfte im Amt bleiben. Erst 2009 wurde er entlassen, nachdem er zu einem Turnier in Kairo eine togolesische Nationalmannschaft anmeldete, die allerdings ausschließlich aus Spielern seines privaten Ausbildungszentrums bestand. Grotesk wurde es im September 2010. Bei der FIFA wurde ein Länderspiel zwischen Bahrain und Togo angemeldet, das staatliche Fernsehen übertrug die Partie. Togo unterlag bei diesem Auswärtsspiel 0:3, und Bahrains Trainer Josef Hickersberger unkte: »Die waren physisch so schwach, die konnten kaum 90 Minuten auf den Beinen stehen.« Nachforschungen ergaben bald, dass der togolesische Verband nie eine Mannschaft nach Bahrain geschickt hatte. »Die Spieler, die an diesem Match teilgenommen haben, waren nicht echt. Das waren Hobbyspieler«, sagte Interimspräsident Seyi Memene. Bana, der diesen Zirkus inszeniert und dafür 150.000 Dollar Antrittsprämie erhalten hatte, wurde vom nationalen Fußballverband für drei Jahre gesperrt.

11.
Ein Bundesligaspieler wurde 1992 zur tragischen Figur im Elfmeterschießen zwischen Ghana und der Elfenbeinküste. Im dramatischsten Finale in der Turniergeschichte verschoss Anthony Baffoe (u.a. Fortuna Düsseldorf) beim Stand von 10:11 den letzten Elfmeter. Später sagte er: »My soul was empty! Es war ein minutenlanges Gefühl der Leere, das mich überfiel. Ich habe mir dann aber überlegt, dass es besser war, dass ich verschossen habe, als irgendein junger Spieler. Und der Fehlschuss hat mich in Afrika wohl sogar noch bekannter gemacht als vorher. Ich habe aber auch danach weiter Elfmeter geschossen – und verschossen.« Später wurde Baffoe Manager der Black Stars und Verantwortlicher für internationale Beziehungen. Die »Welt« nannte ihn den »Oliver Bierhoff von Ghana«.

12.
Top-Google-Vorschläge:

Anthony Yeboah... Badesalz
JayJay.... Knüppel Klopp
Jonathan Akpoborie... Sklavenschiff
Winnie Schäfer... Tauchen
Volker Finke... Strandkorb

13.
1996 ging in Südafrika alles drunter und drüber. Die Spiele waren hart und ruppig wie selten zuvor. In 29 Partien gab es allerdings nur vier Mal die Rote Karte. »In Europa wären es dreißig Platzverweise gewesen«, polterte Kalusha Bwalya (Sambia) nach dem Turnier. Bundesligaprofi Abedi Pele (Ghana) wurde in der Vorrunde und im Viertelfinale so heftig von seinen Gegenspielern bearbeitet, dass er im Halbfinale gegen Südafrika nicht auflaufen konnte. Pele bestimmte daraufhin, dass sein Bruder Kwane Ayew seinen Platz gegen Südafrika einnahm. Als Anthony Yeboah daraufhin den brasilianischen Trainer Ismael Kurtz fragte, warum Pele die Aufstellung mache, antwortete dieser: »Weil Pele es so will.« Ghana verlor 0:3. Der anwesende deutsche Bundestrainer Berti Vogts bemerkte fachkundig: »Ayew führte nur seine Rastalocken spazieren.«