Nicklas Bendtner trat seine Freiheitstrafe an

Haftbedingungen wie ein Lord

»Lord« Nicklas Bendtner macht's wie einst der legendäre kolumbianische Kokain-Pate Pablo Escobar: Er brummt seine Strafe im eigenen Luxus-Knast ab.

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Das Urteil steht bereits seit Monaten fest. 50 Tage Haft. Wegen schwerer Körperverletzung, begangen an einem dänischen Taxifahrer. Kieferbruch! Vorausgegangen war ein lautstarker Disput, weil Nicklas Bendtner – aus welchem Grund auch immer – die Rechnung nicht bezahlen wollte. Nun, ein paar Wochen nach Ablauf der Fußball-Saison in Norwegen und einem ausgiebigen Erholungsurlaub in Mexiko, hat der Fußball-Millionär von Rosenborg Trondheim endlich seine Strafe angetreten. Wobei: Bendtner wäre nicht der »Lord«, würde er nicht auch während der Haft standesgemäß residieren.

Am Donnerstag fand sich der ehemalige Wolfsburg-Profi also in seinem Kopenhagener Nobel-Appartement ein, wo Bendtner bis zum 22. Februar unter, nun ja, strengem Hausarrest steht. Das heißt: Für genehmigte Trainingsaktivitäten wie Strandläufe darf der 30-Jährige selbstverständlich sein Domizil verlassen. Zusätzlich sind gelegentliche Lebensmittel-Einkäufe gestattet. Und an trainingsfreien Tagen steht es ihm frei, einen cirka einstündigen Spaziergang an der frischen Luft des Kopenhagener Yuppie-Wohnviertels Nyhavn zu unternehmen.

Zum Glück ist die Fußfessel wasserdicht - wegen des Jacuzzi

Anschließend darf Bendtner im wohligen Warmwasser seines heimischen Jacuzzi entspannen. Vielleicht zu etwas Hip-Hop-Musik, bei einer Tasse Tee. Nicht einmal mit lästigen Gefängniswärtern braucht sich der Delinquent, ähem, herumzuschlagen. Zum Nachweis seines Aufenthaltsortes muss Bendtner lediglich eine kleine Fußfessel tragen. Das Ding hat in etwa die Größe einer Pulsuhr und ist wasserdicht – zum Glück, wegen des Jacuzzi.

Nur ab und zu, etwa zwei- bis dreimal pro Woche, schaut ein Justiz-Mitarbeiter zu Hause beim »Lord« nach dem Rechten. Unangemeldet. Um Missverständnissen vorzubeugen: Nicklas Bendtner erhält keinesfalls eine Sonderbehandlung für Promi-Knackis. Die Verbüßung von Haftstrafen unter Hausarrest-Bedingungen ist in Dänemark, vor allem bei Erst-Verurteilten, keine Seltenheit. Nur wohnen die meisten Missetäter eben nicht so mondän wie Bendtner, der in elfeinhalb Profi-Jahren (u.a. bei Arsenal, in Wolfsburg und in Trondheim) geschätzte 45 Millionen Euro kassiert hat. Und: »Normale« Hausarrest-Häftlinge gehen tagsüber ihrem angestammten Beruf nach. Bendtner aber hat momentan nichts zu tun; im tief verschneiten Norwegen ist nämlich Winterpause. Die kommende Saison beginnt erst am 31. März. Was die Frage aufwirft, wie der »Lord« in seinem Luxus-Knast die Zeit, äh, totschlägt.