Newcomer des Jahres: Hakan Cahanoglu

Einer, der herausragt

Ein Mann geht seinen Weg. Karlsruhe-Trainer Markus Kauczinski über einen Hochbegabten. Heute wird Hakan Cahanoglu bei der 11FREUNDE Meisterfeier geehrt.

11FREUNDE
Heft: #
152

Die Wahl ist keine Überraschung für mich. Schon als Hakan nach der C-Jugend vom SV Waldhof zu uns nach Karlsruhe kam, waren etliche Bundesligisten an ihm dran. Er wusste schon damals, dass er über besondere fußballerische Fähigkeiten verfügt - und machte keinen Hehl daraus, dass er kein normaler Fußballer sein wollte, sondern einer, der herausragt und auffällt. Sein Vertrag galt nur bis zum Ende der A-Jugend-Zeit. Danach wollte er frei für höhere Aufgaben sein. Auch in der Hinsicht ist seine Karriere clever geplant. Beim KSC waren wir froh, dass er sich überhaupt für uns entschieden hatte. Hakan hat ein gutes Auge, er beherrscht den tödlichen Pass, er hat eine große Präzision am Ball, einen super Abschluss - und wenn er will, dann legt er sich für ein Team mit enormer Laufbereitschaft krumm. Aber er braucht auch stets eine Hand, die ihn führt. Sonst kann es vorkommen, dass er es sich mit der Sonderstellung, die er zwangsläufig aufgrund seines Talents im Team besitzt, ein bisschen bequem macht. Wenn man ihm jedoch sagt, was man erwartet, macht er alles, um zu spielen.

Er führt durch Leistung

Ich weiß noch, wie ich ihn einmal wegen seines mangelnden Einsatzes im Spiel gegen den Ball aus der Mannschaft nahm. Das hat ihn dermaßen gewurmt, dass er alles tat, um wieder in der ersten Elf zu stehen. Jörn Andersen holte ihn als Teenager aus der Jugend zu den Profis. Er schlug sofort ein. Mit knapp 18 Jahren übernahm er schon sehr viel Verantwortung, aber ich habe nie den Eindruck gehabt, dass es ihm zu viel wird. Im Gegenteil. Er führt ein Team allein durch die Leistung.

Ein Tor als Vermächtnis

Er ist kein Entertainer, kein Witzbold, auch kein klassischer Antreiber, aber er setzt spielerisch die Impulse, die die Mitspieler anstacheln. Unvergesslich ist sein Freistoßtor drei Spieltage vor dem Ende der Saison 2012/13 in Darmstadt.
Der 1:0-Siegtreffer zwei Minuten vor Schluss bedeutete unsere Rückkehr in die zweite Liga. Es war vorher klar, dass er Karlsruhe verlassen würde, aber sein Tor war sein Vermächtnis. Mit 19 Jahren machte er für uns den Aufstieg quasi klar - und ich weiß, auch ihm hat das viel bedeutet.
Seine vier Jahre in Karlsruhe waren sein erster Schritt ins Profileben. Den hat er mit Bravour gemacht.