Neururer trifft sich mit MSV-Fans

Duisburger Schulterschluss

Nach dem Treffen mit den Vertretern der Fanclubs weiß MSV-Trainer Peter Neururer, wie wichtig gerade ein Sieg bei Rot-Weiß Oberhausen wäre. Dabei hat der Trainer schon so manches Duell gewonnen. Neururer trifft sich mit MSV-FansImago Peter Neururer ist beim neuen Arbeitgeber angekommen. An einem regennassen Novembertag berichtete er gestern vom »großen Spaß an der Arbeit«. Daran kann auch das miese Wetter rein gar nichts ändern. »Wenn es nach mir geht, kann es getrost noch beschissener sein.«

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Doch die Arbeit spielt sich auch in geschlossenen Räumen ab. Wie beim Meeting mit den Fanclub-Vertretern im Presseraum der MSV-Arena. »Ein sehr konstruktives Treffen«, so das Resümee des Cheftrainers, der weiß, dass ein Sieg in Oberhausen ein fulminanter Befreiungsschlag im Verhältnis Fans-MSV bedeuten würde.

Auch im Nachgang zeigte sich Neururer nachhaltig beeindruckt. »Der Raum war voll, viele mussten hinten stehen. Anfangs war es etwas verspannt, aber dann wurde es schnell eine angenehme, lockere und fruchtbare Runde«, berichtet der Coach. »Wir haben versprochen, in Oberhausen für uns alles zu versuchen. Es ist unsere Pflicht, für den Schulterschluss mit den Fans zu sorgen, und ich weiß, dass die Mannschaft willens ist, das zu schaffen. Mit einem Schlag können wir viele Dinge der Vergangenheit vergessen machen«, so Neururer, der zu den anfänglichen Pfiffen am vergangenen Freitag an die Adresse von Tom Starke und Mihai Tararache nichts sagen konnte: »Das habe ich nicht gehört, da war ich noch in den Katakomben. Ich habe mich bei den Fans für ihre tolle Unterstützung in den ersten 45 Minuten bedankt, dabei war die Leistung auf dem Platz miserabel. Die Pfiffe zur Halbzeit waren dann auch verdient. Anschließend haben uns die Leute bis zum Abpfiff vorbildlich untersützt. Dass es hinterher wieder Pfiffe gab, billige ich den Fans zu, schließlich soll jeder die Möglichkeit haben, seinen Unmut zu zeigen. Ich gehe davon aus, dass auf beiden Seiten die Verhaltensweisen überprüft werden.«

Normalerweise emotionsgeladen


Dass der große Motivator beim Debüt die Füße tunlichst still hielt, war für Neururer an diesem Tag normal: »Nach 15 Minuten war es eine extreme Situation. Bis zum Schluss hatten die Spieler Versagensängste und haben sich versteckt. Das war ein Resultat der Vergangenheit. Um sie nicht noch weiter zu verunsichern, bin ich ruhig geblieben. Normalerweise bin ich emotionsgeladen, aber dieses Spiel war nicht dazu angetan, von links nach rechts zu hüpfen.«

Nun also der Dreierschritt. RWO, der 1. FC Kaiserslautern, der VfL Osnabrück. Und schon geht es in die Winterpause, die sich der MSV erst noch verdienen muss. Neururer erwartet »keine einfachen Spiele«, doch er setzt auf die volle Punktzahl. Die magische Zahl 26! »Das würde die Wiederaufnahme des ursprünglichen Ziels bedeuten«, heißt es. Wie auch immer, in der Rückrunde wird es beim MSV ungleich überschaubarer zugehen. »Bis zum Urlaub am 17. Dezember befinden wir uns in der Qualifikationsphase. Die jetzigen 31 Spieler sind einfach zu viel, das ist wirklich schlecht, wiewohl die Trainingseindrücke gut sind. Wir werden den Kader bilden, von dem wir glauben, dass er eine erfolgreiche Rückrunde bestreitet.«

Griff in die Schatzkiste

Bei dem besagten Treffen mit den Fans hat Olcay Sahan, der Hoffnungsträger, der buchstäblich aus dem Nichts kam, den Zebrafreunden sieben Punkte aus den letzten drei Begegnungen versprochen. Neururer macht derweil diese Rechnung auf. »Wenn wir bei Rot-Weiß Oberhausen drei Punkte holen, dürfen wir uns in den beiden anderen Partien nicht damit begnügen, vier Punkte zu holen, um ein Ziel zu erreichen!« Eben die volle Ausbeute im Visier. Neururer hat schon so manches Derby gewonnen, nun geht es in die nächste Runde. Die Anspannung wächst, das Fieber steigt, doch am geruhsamen Schlaf vermag das nichts zu ändern. Wenn Peter Neururer in seine persönliche Schatzkiste greift, dann befördert er so manches unvergessene Nachbarschaftsduell ans Tageslicht. Der neue MSV-Cheftrainer gilt durchweg als derbyerfahren. Und fiebert nun dem vergleichweise kleinen Teffen zwischen Kleeblättern und Zebras entgegen.»"Dennoch, das ist Business as usual, ich werde in der Nacht zuvor normal schlafen. Und nach einem hoffentlich hohen Sieg wird sich das in der der Nacht danach bestimmt wiederholen.«

Das Stichwort Derby - und schon werden unweigerlich süße Erinnerungen wach. »Wir haben zweimal auf Schalke gewonnen«, heißt es mit dem genüsslichen Blick zurück auf den Job beim Reviernachbarn VfL Bochum.

»Kölsche Erinnerung«

Große Freude kommt auch auf, wenn Neururer in seine kölsche Erinnerung eintaucht. Am vorletzten Spieltag der Saison 1996/97 kam Nachbar Bayer Leverkusen ins Müngersdorfer Stadion, um Meister zu werden. Aus der Traum! Der 1. FC Köln gewann sensationell hoch mit 4:0, drei Tore steuerte ein gewisser Toni Polster bei. »Wir hatten zuvor über eine Extraprämie gesprochen, doch das war gegen diese Zuckertruppe mit Rudi Völler und Ulf Kirsten überhaupt nicht nötig. Das war für meine Spieler Anreiz genug«, so Neururer.

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