Neun Dinge, die sich nach neun Jahren Ronaldo bei Real Madrid ändern


Reicht die Luft?

Zum ersten Mal seit 2008 startet Real Madrid heute ohne Cristiano Ronaldo in eine Saison. Logisch, dass sich fast alles bei den Königlichen ändern wird. 

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1. Eine Hiobsbotschaft vorneweg. Voraussichtlich verzögert sich der Anpfiff gegen Atletico um 30 Minuten, da die 62 bis dato dem Portugiesen vertraglich zugesicherten Ronaldo-Cams noch nicht ordnungsgemäß abmontiert wurden. Speziell die zigfach gesicherte Spider-Cam, die seit 2009 normalerweise 90 Minuten lang Ronaldos Kniekehle einfing, stellt für die Handwerker eine echte Herausforderung dar. 


2. Schluss mit Lotter-Look: Von nun an dürfen Sie von allen Real-Profis wieder astreine Gel-Frisuren erwarten. Bisher hatte sich Ronaldo ebenfalls vertraglich zusichern lassen, dass sich seine Teamkollegen nicht akkurater frisieren als er. Speziell auf Luca Modric dürfen wir gespannt sein.

3. Auch darauf musste sich das Team in der Vorbereitung einstellen: Da in Zukunft pro Spiel knapp 22 Minuten an Verschnaufpausen wegfallen, in denen Ronaldo sich auf dem Boden krümmt, steigt die effektive Spielzeit bei Real-Spielen wieder über die 60-Minuten-Marke. Reicht dafür schon heute die Luft?

4. Speziell für Spieler, die erst nach Ronaldos Ankunft verpflichtet wurden, eine echte Umstellung: Sie dürfen von nun an wieder selber aufs Tor schießen. Grade bei direkten Freistößen für die allermeisten Profis komplettes Neuland. Gerüchten zufolge wusste beispielsweise der blutjunge Marco Asensio gar nicht, dass das FIFA-Regelwerk einen anderen Schützen als Ronaldo erlaubt.



5. Noch eine gute Nachricht für die jungen Talente. Da Ronaldo weg ist, haben nun sowohl Asensio als auch Lucas Vazquez in der Kabine ihren eigenen Sitzplatz. Asensio bekommt den des Stürmers, Vazquez den, der bisher Ronaldos Ego belegte.

6. Traurige News dagegen für einen der treuesten Real-Mitarbeiter der vergangenen Jahre: Vince Ling ist arbeitslos. Der sehr kleine Sohn einer Chinesin und eines Spaniers hatte Ronaldo bis zuletzt vor jedem Spiel per Miniatur-Rasenmäher einen frechen Strich in die Frisur gecuttet. Schade.

7. Ebenfalls einen größeren Umbruch zu überstehen hat der spanische Verband der Hühner-, Groß- und Wassergeflügelzüchtervereine. Das große Problem: Dem Fachausschuss »Gockel« brechen laut eigener Aussage überlebenswichtige finanzielle Zuwendungen eines anonymen Gönners weg, der seit 2009 jährlich eine mittlere siebenstellige Summe gespendet hatte. Autsch.

8. Aufatmen bei der spanischen Steuerfahndung: Die 87-köpfige Sondereinheit »CRückzahlung« kann erstmals seit acht Jahren ihren gesetzlichen Urlaubsanspruch geltend machen. Erstes Ziel der Allermeisten: Panama.

9. Erleichterung auch bei Gareth Bale: Heute darf er endlich offiziell verkünden, dass er bei seiner Verpflichtung im Jahr 2013 doch teurer war als der portugiesische Stürmer.