Neue Innenverteidiger für Löw

Antonio Rüdiger – oder doch ein Kölner?

Boateng, Badstuber, Höwedes – nach der aktuellen Verletztenmisere deutscher Innenverteidiger sucht Joachim Löw Ersatz. Wir prüfen die Kandidaten – von Köln bis Stoke City.

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Antonio Rüdiger (AS Rom)

Der ehemalige Stuttgarter, der seit dieser Saison für den AS Rom in der italienischen Serie A auf Tore-Verhinderungs-Jagd geht, ist zweifelsohne ein geeigneter Kandidat für Joachim Löw. Er durfte bereits sieben Mal Spielpraxis für die A-Nationalmannschaft sammeln. Jerome Boateng sei sein Vorbild, verriet Rüdiger einst in einem Gespräch mit »Spox« – wäre doch schön, man könnte ihm den Gefallen tun, zusammen mit seinem Idol Boateng den EM-Titel zu holen.

Ein Innenverteidiger für Löw? 80 Prozent.

Jonathan Glao Tah (Bayer 04 Leverkusen)

Wer bei diesem klangvollen Namen automatisch an Defensivarbeit denkt, der hat entweder richtig Ahnung vom Fußball oder bisher einfach alle Spiele von Bayer 04 verfolgt. Der 20 Jahre alte Innenverteidiger stand bisher jede Pflichtspielminute dieser Saison auf dem Platz – egal ob im DFB-Pokal, in der Champions League oder in der Bundesliga. Wurde er beim Hamburger SV unter dem damaligen Trainer Mirko Slomka in der Saison 13/14 noch ausgemustert, scheint er sich inzwischen von der damaligen Degradierung mehr als erholt zu haben.

Roger Schmidt, Tahs aktueller Trainer in Leverkusen, ist von seinem Abwehrrecken voll überzeugt: »Wir wussten, dass er ein Riesentalent ist. Aber dass er in der Lage ist, so schnell auf diesem Niveau zu spielen, das war nicht klar«, sagte er jüngst in einem Interview bei »SKY«. Bei dieser Entwicklung wäre der Sprung in die Nationalmannschaft wohl der nächste, logische Schritt.

Ein Innenverteidiger für Löw? 70 Prozent.

Robert Huth (Leicester City)

191 cm groß, knapp 90 Kilogramm schwer und 31 Jahre alt – es könnte schlechtere Voraussetzungen für einen Innenverteidiger geben. »The German wall«, wie er von englischen Fans liebevoll genannt wird, erlebt mit Überraschungsklub Leicester City so etwas wie seinen zweiten Frühling.  Auf der Insel ist Huth anerkannt, aber unter Löw spielte er nie eine große Rolle in der Nationalmannschaft – zu hüftsteif, ungelenk und nicht die Art von Innenverteidiger, die Löw sich wünscht.

Vielleicht kommt der Bundestrainer aber bald nicht mehr an dem Hünen vorbei. Vor einer Weile twitterte Huth mal: »Don't think there can be anything worse in football than running backwards, one v one with messi«. Es gebe also nichts Schlimmeres als ein 1:1-Duell mit Messi. Da Argentinien bisher noch keinen Antrag auf UEFA-Mitgliedschaft gestellt hat, würde sich Huth vor Messi bei einer EM nicht fürchten müssen.

Ein Innenverteidiger für Löw? 50 Prozent.

Philipp Wollscheid (Stoke City)

Es hat eine Weile gedauert, doch mittlerweile ist der ehemalige Nürnberger, Mainzer und Leverkusener auf der Insel angekommen. Die Fans von Stoke feiern ihn sogar mit dem eigens für ihn kreierten »Philipp-Wollscheid-Song« ab – kein schlechtes Arbeitszeugnis. Sein Selbstbewusstsein haben die Leistungen, die guten Bewertungen der englischen Medien und der Song anscheinend beflügelt.

»Ich bin der Meinung, dass eine Nominierung gerechtfertigt wäre, weil ich an mich glaube«, sagte Wollscheid kürzlich über sich selbst. Wie singen die Fans doch noch im Song: »I just don’t think you understand. He’s Marc Hughes’ man, he’s better than Zidane. We’ve got Philipp Wollscheid«. Auf jemanden, der besser als Zidane ist, kann Löw ja eigentlich nicht verzichten.

Ein Innenverteidiger für Löw? 40 Prozent.