Néstor Sensini wird 50

Arbeitsbiene »Zico«

Bei Eintracht Frankfurt verpasste man der beliebtesten Arbeitsbiene Uwe Bindewald (462 Spiele, sechs Tore) den (un)passenden Spitznamen »Zico«. Arthur Antunes Coimbra, kurz Zico, trug seinerzeit die »Zehn« Brasiliens, schoss Freistoßtore nach Belieben und war der Regisseur der Seleção. Beim Karlsruher SC stellte man plötzlich fest, dass ein 1,74m großer Abwehrspieler namens Gunther Metz 287 Spiele durchgearbeitet hatte, ohne das geringste Aufsehen zu erregen. Diese Unsichtbarkeit verblüffte die Fans so sehr, dass sie ihn »Magic Metz« tauften. Den gleichen Beinamen erhielt Michael »Magic« Prus in Schalke: 210 Einsätze. Null Tore. Magic! 

Néstor Sensinis schlimmster Arbeitstag

Als am 8. Juni 1990 Schiedsrichter Codesal Mendez auf Strafstoß für Deutschland entscheidet, sind sich die ARD-Kommentatoren Gerd Rubenbauer und Karl-Heinz Rummenigge einig: »Das war eine Konzessionsentscheidung!“ Nach einem Steilpass von Lothar Matthäus war es zwischen der argentinischen Arbeitsbiene Roberto Néstor Sensini und Rudi Völler zum Laufduell gekommen. Bei dem Versuch an den Ball zu kommen, berührte der Abwehrspieler den deutschen Stürmer leicht, aber folgenschwer. 

Andi Brehme verwandelte, Deutschland wurde Weltmeister und Néstor Sensini war um seinen Lohn gebracht worden. Statt der täglichen Gehaltstüte, bekam der Dauerläufer wegen vorzeitigem Abstempeln nur die Tränen seiner »Königin« Diego Maradona vorgehalten. Im Gegensatz zu Bindewald oder Metz bekam er keinen Spitznamen. Sensini bekam die Lorbeeren nicht einmal angeboten. Nur ein weiteres Leben für den Staat.