Nerlinger wird Teammanager des FCB

Klinsis neuer Olli

Wer sich als Student auf Jobsuche begibt, muss häufig einen Praktikums-Marathon absolvieren. Nur wenige haben das große Glück, direkt vom Studium in den Beruf wechseln zu können - Christian Nerlinger gehört dazu. Nerlinger wird Teammanager des FCBImago Der ehemalige Fußball-Profi wollte im Sommer ein Praktikum bei Bayern München machen, doch nun kommt er als weitere Überraschung in der Truppe um den neuen Trainer Jürgen Klinsmann gleich als Teammanager zum Rekordmeister.

»Das ist für mich eine tolle, eine gewaltige Geschichte. Ich bin in diesem Verein groß geworden. Dass ich nun zurückkehren darf, ist ein Glücksfall für mich«, sagt der 34-Jährige. Nerlinger soll für Klinsmann das werden, was für den früheren Bundestrainer Oliver Bierhoff als Nationalmannschaftsmanager war. »Ich kenne Bierhoffs Aufgaben nicht genau. Aber es könnte in die Richtung gehen«, sagt Nerlinger selbst über seine Rolle als »Bindeglied zwischen Trainerstab, Mannschaft und Vorstand.« Als solches passe Nerlinger »perfekt ins Gesamtkonzept«, meint Bayern-Manager Uli Hoeneß.

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Horizont jenseits des »Weißwurst-Äquators«

Bei seiner Vorstellung als neuem Trainer hatte Klinsmann vor Wochen angekündigt, ein »internationales Team« um sich herum scharen zu wollen - ähnlich, wie er es beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) gemacht hat. Zwar ist Nerlinger gebürtiger Dortmunder und seit seiner Zeit als Spieler, von der er zwölf Jahre beim FC Bayern verbracht hat, Wahl-Münchner. Doch sein Horizont blieb nie auf das Geschehen diesseits des »Weißwurst-Äquators« beschränkt.

Bereits als Spieler sammelte er in drei Jahren beim schottischen Rekordmeister Glasgow Rangers Auslandserfahrung, und als er seine Karriere Ende 2005 beim 1. FC Kaiserslautern beendet hatte, nahm er an der Munich Business School sein Studium in internationaler Betriebswirtschaft auf. Dort befindet sich Nerlinger aktuell im vierten Halbjahr, bis Juli macht er ein Auslandssemester in Bozen. »Er lernt Italienisch. Das könnte bei Luca Toni von Vorteil sein«, stellt Hoeneß zufrieden fest.

Eine Idee von Klinsmann

Das Engagement des alten Bekannten sei eine Idee von Klinsmann gewesen, ergänzt Hoeneß. Und weil er bei den Einstellungsgesprächen einen sehr guten Eindruck hinterlassen habe, stimmte Hoeneß zu. Nerlinger soll auch Hoeneß entlasten. Dass er ihn beerben wird, wenn der Bayern-Macher Ende 2009 in den Aufsichtsrat wechselt oder Präsident wird, sei nicht geplant. »Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun«, sagte Hoeneß in der Münchner tz.

Jedoch hat Hoeneß auch stets betont, dass sein Erbe auf zwei Schultern allein zu schwer lasten würde. Stattdessen sollten sich ein sportlicher Leiter und ein Finanzexperte die Aufgaben teilen - Nerlinger könnte den ersten Part übernehmen. Zunächst habe er aber »keinerlei Entscheidungskompetenz im sportlichen Bereich«, sagt der Novize, der laut Hoeneß »den ganzen Tag vor Ort« sein soll. Dabei wird sich Nerlinger vor allem um organisatorische Dinge kümmern sowie im Merchandising und im Marketing-Bereich tätig sein. Und auch sein Studium will er - Beruf hin oder her - fortführen. Bis April 2009 wird das bei optimalem Verlauf noch etwa dauern. »Ich werde mein Bestes geben«, verspricht Nerlinger.