Nasser Al-Khelaifi, Ex-Tennisprofi und PSG-Präsident

»Investoren sind nicht böse«

Auf Fragen, ob er die Idee des Financial Fairplay durch gewiefte Scheinverträge oder andere Schlupflöcher umgehe, antwortete er: »Es steht uns zu, unser Geld zu investieren, wo immer wir wollen.« Oder: »Was wir tun, ist langfristig gut für den Fußball. Investoren sind nicht böse. Im Gegenteil.«

Die Kritiker, das klang in jedem Interview an, seien im Grunde nur neidisch auf seinen Erfolg. Sie sollten doch lieber vor ihrer eigenen Haustür kehren. Einer seiner größten Kritiker in diesen Tagen war übrigens Uli Hoeneß vom FC Bayern.

»Niemand wird uns stoppen können«
 
Aber trotz des ganzen Geldes, das ihm Tamim bin Hamad Al-Thani, mittlerweile katarisches Staatsoberhaupt, aus dem QSI-Töpfen zur Verfügung stellte, ging anfangs ziemlich viel daneben. Al-Khelaifi gab in seiner ersten Saison bei PSG über 180 Millionen Euro für neue Spieler aus. Nacheinander kamen Javier Pastore,  Maxwell, Alex oder Thiago Motta. Das Team hatte einen Marktwert von über 220 Millionen Euro. Trotzdem schied PSG schied früh aus der Europa League aus und wurde in der Meisterschaft nur Zweiter – hinter Montpellier, Marktwert 48 Millionen Euro.
 
Also ließ QSI die Geldschatullen stets geöffnet, seit 2012 gab Al-Khelaifi hunderte Millionen Euro für Neuzugänge aus. Mit Pastores oder  Maxwells gab er sich bald nicht mehr zufrieden, es kamen Zlatan Ibrahimovic oder Edinson Cavani. Und weil zu solchen Spielern offenbar keine leisen Töne mehr passten, trompetete er nun auch mal in die Mikrofone: »Wir setzen unser Projekt fort. Niemand wird uns stoppen können.«
 
Auf nationaler Ebene sollte er Recht behalten, PSG gewann dreimal in Folge die Meisterschaft. In der Champions League war allerdings stets im Viertelfinale Schluss. Zweimal ging es in der K.o.-Runde übrigens gegen den heutigen Gegner FC Chelsea. 2014 schieden die Franzosen aus, 2013 kamen sie im Achtelfinale nach zwei Unentschieden weiter. Im Viertelfinale gegen Barcelona war PSG chancenlos.

Ausgaben: 116 Millionen Euro; Einnahmen: 23 Millionen Euro
 
Das ist alles viel zu wenig für Männer wie Tamim bin Hamad Al-Thani und Nasser Al-Khelaifi. Vielleicht fühlt es sich sogar an wie der 995. Platz in der Tennisweltrangliste. Für einen Klub, der in dieser Saison mal wieder 116 Millionen Euro für Transfers ausgegeben und nur 23 Millionen Euro eingenommen hat, zählt eigentlich nur der große Triumph.
 
Nur einer scheint die ganze Situation noch nicht so richtig verstanden zu haben, dabei ist er fast seit drei Jahren im Amt. Es ist der Trainer Laurent Blanc. Der sagte im vergangenen Jahr, als es nach dem Ausscheiden in der Champions League Kritik aufkeimte: »Ich habe das Gefühl, dass unsere Saison nur daran gemessen wird, was wir in Europa erreicht haben.« Man würde ihm am liebsten zu dieser Erkenntnis gratulieren.