Nach Walace: Die Top 10 der brasilianischen Zuspätkommer

Was urlaubt der sich?

Ah ja, der Klassiker: Mit Hamburgs Walace verpasst der erste Brasilianer den Trainingsauftakt. Eine schöne Tradition. Hier kommt die Top 10 der verspäteten Brasilianer. 

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Ailton 

Quasi die Mutter aller verspäteten Brasilianer. Ex-Trainer Thomas Schaaf antwortete einst auf die Frage, ob Ailton rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkomme, mit einem trockenen: „Natürlich. Ich glaube ja auch an den Weihnachtsmann.“ Das war übrigens 2003, und Ailton kam zu spät, weil seine Hochzeit wegen falscher Papiere geplatzt war. Würden wir für die offensichtlichste Ausrede ever halten, wäre das nicht, naja, Ailton.

Julio Cesar

Endgegner im Ausreden-Game ist übrigens Ex-Bremen und -Dortmund-Abwehrchef Julio Cesar, der zwischen 1995 und 1997 gleich dreimal nacheinander verspätet aus dem Sommerurlaub kam. 1995 übrigens wegen einer Krankheit seines Opas. Der allerdings dummerweise schon tot war. 

Lincoln

Wer sich nicht mit der Suche nach dummen Ausreden aufhalten will, der mache es so wie einst Lincoln beim 1. FC Kaiserslautern. Der hatte sich rechtzeitig zum eigenmächtig verlängerten Urlaub eine neue Handynummer zugelegt – und war so für die Verantwortlichen des FCK schlicht nicht zu erreichen. Was heißt eigentlich »Aaaah, diese Ruhe« auf portugiesisch? 

Ronny

Legendär sind auch Ronnys Uraubs-Eskapaden. Oft kam der Brasilianer zu spät zur Hertha zurück, noch häufiger hatte er ordentlich zugelegt. 2013 war der körperliche Zustand Ronnys sogar derart mies, dass ihm der Heimarturlaub in der darauffolgenden Winterpause kurzerhand untersagt wurde. »Im kommenden Winter wird er nicht nach Brasilien reisen. Nur so können wir sicher sein, dass er seine Fitness in der Winterpause nicht riskiert.«, sagte sein Berater Dino Lamberti damals. Hat es geklappt? Klares: Joa, naja. 

Giovane Elber

Voll der Streber unter den urlaubenden Brasilianern war lange Zeit Giovane Elber, der sich einst sogar dafür entschuldigte, nicht mit dem Urlaub gewartet zu haben, bis ein anstehendes Benefiz-Spiel erledigt war: »Es tut mir leid. Im Nachhinein betrachtet war es ein Fehler, nicht hinzugehen. Es wäre überhaupt kein Problem gewesen, einen Tag später in Urlaub zu gehen, ich hatte sogar zwei Tickets. Aber ich war angeschlagen, wollte nur nach Hause.« 2002 sah Elber die ganze Sache dann aber doch ein wenig entspannter: 25.000 Euro Strafe musste er für vier Tage unentschuldigten Fehlens bezahlen. »Für mich sind zwei Tage in Brasilien so viel wert wie ein Jahr in Deutschland«, so Elber anschließend. 25.000 Euro für zwei Jahre Urlaub? Klingt fair.