Nach Stuttgarts Fehlstart

Flach spielen, hoch gewinnen

Trainer Alexander Zorniger plante mit dem VfB Stuttgart eine taktische Revolution. Vielleicht hätte er das nicht vorher jedem erzählen sollen.

imago


Die »Stuttgarter Nachrichten« sind jetzt schon verzweifelt. »Soll das denn ewig so weitergehen?«, titelten sie nach der vierten Niederlage im vierten Bundesligaspiel. Nun, da haben wir eine gute Nachricht für die schwäbischen Kollegen: Es wird nicht ewig so weitergehen. Nach 34 Spielen ist die Saison vorbei, auch diese. Und aller Voraussicht nach wird der VfB Stuttgart danach nicht mit null Punkten dastehen. Weniger klar zu prognostizieren sind allerdings zwei andere Dinge: ob der Verein dem seit Jahren VFB-affinen Sensenmann am Ende wieder von der Schippe springen kann. Und ob Trainer Alexander Zorniger das noch in Amt und Würden erlebt.

Die Stuttgarter können einem ein bisschen leid tun. Seit Jahren hofft der stolze Klub auf bessere Zeiten, seit Jahren vergeigt er jedes Mal den Saisonstart und muss beten, auf den letzten Drücker doch noch irgendwie in der Liga zu bleiben – ein Schicksal in trauriger Murmeltier-Tradition, das in der bundesweiten Wahrnehmung ein wenig im Schatten des noch offensiver desaströsen HSV dümpelt.

Stuttgart ging so euphorisch in die Saison wie schon lange nicht mehr

Jetzt allerdings sollte alles besser werden, dieses Mal aber wirklich. Dazu hatte der VfB mit Zorniger einen Trainer geholt, dessen schwäbische Herkunft sein Engagement für die bösen Bullen aus Leipzig in den Augen der meisten Anhänger überstrahlte. Zumal der neue Mann nicht weniger als ein Spektakel versprach.

Ein 4:2 gegen Manchester City in der Vorbereitung gab zu den schönsten Hoffnungen Anlass, ungeachtet der Tatsache, dass die Millionentruppe aus der Premier League just mit der Vorbereitung begonnen hatte und noch die letzten Urlaubsbierchen verdaute. Stuttgart ging so euphorisch in die Saison wie schon lange nicht mehr – und verlor nacheinander 1:3 gegen Köln, 2:3 beim HSV, 1:4 gegen Frankfurt und 1:2 in Berlin.

Nun ist es wie jedes Jahr im September, nur schlimmer. Was wiederum damit zu tun hat, dass Zorniger Erwartungen geschürt hat, die er nicht einlösen kann. Der VFB hat, bei Licht betrachtet, eine ebenso mittelmäßige Bundesligamannschaft wie in den letzten Jahren auch: kann Achter werden, kann Sechzehnter werden, je nachdem.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier extremistisches Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nicht akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!