Nach der Schweinsteiger-Posse: Wenn Fußballer ausfällig werden

»Schweinerei, so ein Beschiss«

6.
Schiri Osmers war auch bei Axel Kruse, damals Stürmer beim VfB Stuttgart, nicht sonderlich beliebt. »Osmers, was pfeifen Sie für eine Scheiße?«, erregte sich Kruse. Kurz zuvor hatte Lautern-Libero Miroslav Kadlec einen Kruse-Schuss im Strafraum per Hand gestoppt. Osmers Pfeife blieb stumm, Kruse wurde ausfällig und rannte Osmers auch noch um.Der DFB reagierte wenig amüsiert: 8000 Mark Geldstrafe und sieben Pflichtspiele Sperre.

7.
Auch gegen den eigenen Trainer kam in es in der Geschichte der Bundesliga immer mal wieder zu Ausfällen. Der Frankfurter Slobodan Komljenovic bedankte sich 1997 beim 0:3 in Uerdingen bei Coach Horst Ehrmanntraut für seine Auswechslung mit den Worten »Du Arschloch«. Der Trainer kündigte danach an, nun »aufzuräumen«. Die Aktion war kurzfristiger Natur: Nach drei Spielen Suspendierung schickte er den Stepanovic-Schwiegersohn wieder aufs Feld.

8.
Schon 1994 galt Frankfurt sowieso als Sammelbecken der Schimpfwörter. Uli Stein nannte Mitspieler Jan Furtok wahlweise »Wichser« oder »Arschloch«. Unter Tränen berichtete der Pole deshalb: »Der Uli macht mich fertig und nicht erst seit dieser Woche. Am Dienstag hat er zu mir gesagt: ›Du Depp, du Versager, du Arschloch, du Penner, dich mach ich als ersten fertig.‹ Ich habe Uli nichts getan, warum tut er mir sowas an. Ich kann nachts schon nicht mehr schlafen, weil ich andauernd an den denken muß.» Am 10. April wurde Stein gefeuert.

9:
Die Schimpftiraden kamen bis 2006 nicht aus der Mode. Marco Rose von Mainz 05 gab damals zu: »Wenn der Puls steigt, sagt man schon mal Arschloch oder Penner.« Immerhin fügte Rose einen emotionalen Grund an: »Auch ich bin impulsiv.«

10.

Immer noch ganz oben in den Verbalhitlisten ist Matthäus' Ausraster nach einem 2:2-Remis im November 1994 gegen Karlsruhe: »Schweinerei, so ein Beschiss, die größte Frechheit, die ich meinen 15 Profijahren erlebt habe. Der Schiedsrichter muss eine Superprämie bekommen vom KSC.« Auch Präsident Beckenbauer empfahl Schiri Helmut Krug für die »Schüler-WM«. Matthäus wurde danach auf seine Vorbildfunktion angesprochen und gab den Humanisten: »In erster Linie bin ich Mensch. Und ein Mensch hat seinen Charakter. An dem kann man sicherlich arbeiten. Aber wie oft wird man seiner Vorbildsfunktion im ganz normalen Leben nicht gerecht? Wenn man raucht oder trinkt. Wenn man Fehler im Privatleben macht, gegenüber den Kinder, den Mitmenschen, im Straßenverkehr.« Wie wahr, Lothar.