Montagsspiele sind nur der Anfang!

Heiligabend mit Rollo Fuhrmann

Wisst ihr was? Montagsspiele sind super. Aber da geht noch mehr. Warum nicht an Weihnachten, in der Superbowl-Halbzeitshow oder im Dschungelcamp spielen?

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Lange Zeit hatten auch wir verkappten Sozialromantiker und hoffnungslosen Heuchler gegen die Montagsspiele Alarm geschlagen. Doch nachdem nun mehrere Zeitungen über die segensreiche Neuerung berichteten, ist uns endlich aufgegangen, welch Wohltat diese Verlängerung des Spieltags eigentlich ist. Schließlich ist die Zahl der »agilen Fans bei jedem Verein in der Minderheit« und »ein Fußballspiel ist ja nicht die schlechteste Unterhaltung am meist überschaubar amüsanten ersten Werktag der Woche«. Sowieso: »Die deutsche Fußballkultur besteht aus mehr als den mitgereisten Fans« (Christian Seifert). Genau: Wo kommen wir auch hin, wenn Fußballkultur sich an irgendwelchen Fans bemisst – noch dazu an den Schwachmaten, die ihrer Mannschaft sogar auswärts hinterher reisen?

Aber warum nur beim Montag bleiben? Hier kommen ein paar Vorschläge für die nächste Ausschreibung der Fernsehrechte.

Dienstagmittag, 12.25 Uhr
Gähnende Leere in den Kneipen, im Fernsehen nur Wiederholungen, die meisten Menschen machen gerade Mittagspause. Wie bescheuert müsste man sein, um nicht gerade in dieser Zeit die Bundesliga auszutragen? Deswegen her mit den Dienstagsmittagsspielen, am besten mit zwei Teams, die hunderte Kilometer voneinander entfernt liegen. Dann wären die agilen Fans in einer noch kleineren Minderheit. Hamburg in Freiburg, Berlin in Augsburg oder Bremen in München – oder alle nacheinander.

Die sechs Mannschaften spielen im Best-of-13-Modus so lange gegeneinander, bis einer umfällt. Der Turniersieger bekommt acht Punkte, der Zweite sieben, der Dritte fünf. Und der Letzte kann sich über einen Rubellos einen Gummipunkt holen. Fünf Gummipunkte ergeben einen Extrapunkt in der Endabrechnung. Sky berichtet 50 Stunden live, danach: »Alle Spiele, alle Ermüdungsbrüche«. Mit einer Faser-Analyse von Erik Meijer. Für mitreisende Fans dürfte das kein Problem darstellen, da diese Leute sowieso keinen Job haben.

24. Dezember, 18 Uhr
Wir müssen endlich die Billiomillianarden der Premier League reinholen. Denn die Engländer spielen schließlich auch über die Feiertage. Am 26. Dezember macht ein Spieltag in Deutschland wenig Sinn, der 24. eignet sich besser. Wie Studien ergeben haben, sind an diesem Tag 70 Prozent der Deutschen sowieso zu Hause und damit im Schnitt nur 0,75 Meter von einem Fernsehgerät entfernt.

Die Mannschaften spielen mit einem Geschenkband um den Arm, Rollo Fuhrmann schwebt zusammen mit Helene Fischer im Engelsgewand vom Hallendach und bei der Einzelspieloption kommentiert Fritz von Thurn und Taxis zusammen mit Rolf Zuckowski und dessen Kinderchor. Für mitreisende Fans dürfte auch dies kein Problem darstellen, da diese Leute sowieso keine Familie haben.