Mittelmäßige Fußballer der Bundesligahistorie (5)

Hairliche Zeiten

Der eine trug den schönsten Schnurrbart der Liga, der andere sah aus wie der Sänger von Nickelback. Fußballerisch waren beide allerdings eher limitiert. Wir stellen vor: zwei neue Kandidaten aus der Mittelmaß-Serie.

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2. сентября 1963 Алаги́р, Станислав Саламович Черчесов.

Nein, das ist keine Nachrichtenmeldung bei der den gesamten Westmächten Angst und Bange wurde, es ist schlichtweg die Information über den Geburtstag eines sowjetischen Fußballspielers, der am 2. September 1963 das Licht der Welt erblickte. Sein Name klingt ein Name fast wie ein Gedicht: Stanislaw Salamowitsch Tschertschessow. Er wurde in Alagir geboren und trug damals höchstwahrscheinlich noch keine Gesichtsbeharrung.

Bei den russischen Aushängeschildern Spartak und Lokomotive Moskau erwuchs sein Schnurrbart zu stattlicher Größe, hier durfte sich dieser im Frühjahr 1993 sogar im Glanz des Pokalsieger-Cup-Halbfinales sonnen.

Auf nach Dresden!

Auch in Dresden gab es viele Leute, denen der gepflegte Oberlippenbart gefiel, so wurde er wenige Monate später der Königstransfer in der sächsischen Landeshauptstadt und diente der Dresdener Barbiergilde als Vorlage für viele weitere elegante Schnurrbis.

Aber er wusste auch durch seine extravaganten und farbenfrohen Trikots aufzufallen. Im ersten Jahr wurde noch sensationell der Abstieg verhindert (trotz Punktabzug!), doch im Jahr drauf folgte, durch Lizenzentzug, der Abstieg und Niedergang des glorreichen Fußballklubs aus der ehemaligen DDR.

Samt seines Pornobalkens zog er weiter, um jetzt auch noch die dritte Fußballgröße Moskaus, Dynamo, kennenzulernen. Nach einem erneuten Engagement bei Spartak ging es für sechs Jahre in die Berge Tirols ehe er sich, nach seinem vierten Aufenthalt bei Spartak, zur Ruhe setzte.

Heute ist Tschertschessow Trainer von Kuranyi

Heute undenkbar, aber durch den Zusammenbruch der damaligen UdSSR, bot sich Ihm auch die Möglichkeit gleich in drei Nationalmannschaften (UdSSR, GUS und Russland) sein ganzes Können und seine Schenkelbürste in die Waagschale zu werfen.

Inzwischen kämmt er seinen lässigen Trainerschnauzer auf der Bank von Dynamo Moskau und trainiert dort Kevin Kurányi.