Mit Benedikt Höwedes bei den Beatsteaks

»Der Weltmeister ist hier!«

Es hat schon schlimmere Termine im Leben von Alex Raack gegeben. In Köln begleitete er Benedikt Höwedes zum Konzert der Beatsteaks – und lauschte anschließend einem höchst unterhaltsamen Interview.

Christian Faustus
Heft: #
157

Die Begrüßung misslingt volles Brett. Erst hat mein Zug zwei Stunden Verspätung, dann verlaufe ich mich in Köln und treffe anschließend ziemlich durchgeschwitzt in der Pizzeria ein, wo Benedikt Höwedes mit seinen Freunden auf mich wartet. Die Idee: Für unser Projekt »Spieler machen 11FREUNDE« begleite ich den Schalker zum Konzert der Beatsteaks und sorge anschließend dafür, dass Höwedes die Musiker in ein interessantes Interview verwickelt.

»Wer bist du eigentlich?«

Während mir die Suppe über die Stirn läuft, trete ich an den Tisch, klopfe kurz zur Begrüßung auf Holz, nuschele meinen Namen und entscheide mich dann doch für einen persönlichen Handschlag mit jedem der anwesenden Personen: Benedikt Höwedes, seine Partnerin, vier Kumpels, eine Freundin, ein Vertreter der Initiative »Movember«, für die der Fußballer Pate ist. Als ich acht Hände geschüttelt und dabei beinahe drei Gläser verschüttet habe, setze ich mich ans Tischende, wische mir den Schweiß von der Stirn und bestelle erstmal ein Kölsch. Bis auch ich endlich die Irritation der Anwesenden bemerke. »Sag mal«, fragt mich einer von Höwedes Freunden schließlich, »wer bist Du eigentlich?« Peinliches Schweigen, in dem ich feststelle, dass keiner der Menschen an diesem Tisch mein genuscheltes »Alex Raack, 11FREUNDE« verstanden hat und ich in diesem Moment für einen besonders dreisten Partycrasher gehalten werde.

Der Abend wurde dann doch noch ganz gut. Er wurde sogar fantastisch. Dieser Job hält ja auch eine Menge kleinteiliger Drecksarbeit bereit. Aber manchmal darf man eben mit einem frisch gebackenen Weltmeister in einen Kölner Club gehen, um sich ein Konzert der Beatsteaks zu geben, während einem der Band-Manager ermutigt, sich doch fleißig am Backstage-Kühlschrank zu bedienen

Ich erzähle, dass ich ihn scheiße fand

Was für den Fußballjournalisten besonders schön ist: Einen sonst im Gespräch mit Medien mit allen Abwässern gewaschenen Vollprofi wie Benedikt Höwedes mal als ganz normalen Kerl kennenzulernen. Dafür sorgt das besondere Ambiente – Höwedes mag die Beatsteaks und soll sie nach dem Konzert interviewen – sowie die Anwesenheit seiner Freunde. So vertraulich wird die Situation schon auf dem Weg vom Restaurant zum Club, dass ich Höwedes mitteile: »Im Spiel gegen Algerien fand ich dich ganz schon scheiße.« Doch bevor er mir in die Kniekehle treten kann, werden wir durch die Hintertür ins Kölner »Gloria« gelotst.