Miloslav Penners Frisur toppte sogar Mike Werners Vokuhila

»Ich habe Popstars und Promis inspiriert«

Miloslav Penner, wussten Sie, dass Sie einen eigenen Fanklub in Deutschland haben? Wirklich?
Das ist mir neu, aber natürlich freut es mich sehr, das zu hören. Allerdings weiß ich gar nicht, was der Grund dafür ist.

Auf der Facebookseite des Fanklubs steht: „Der schönste Fußballspieler aller Zeiten und zugleich der beste! Cristiano Ronaldo und Messi sind nichts gegen den!“ Könnte die Frisur, die Sie in den Neunzigern trugen, etwas damit zu haben?
Vielleicht. Aber das ist trotzdem seltsam.

Weil man Sie eigentlich als tschechischen Fußballprofi kennen sollte?
Ich spielte von 1995 bis 2010 und habe über 200 Partien in der ersten tschechischen Liga bestritten. Zuletzt war ich in Österreich für Union Pregarten aktiv.

Internationale Berühmtheit erlangten Sie aber vor allem aufgrund eines Paninibildes, auf dem Sie eine vermutlich einzigartige Vokuhila-Frisur tragen. Was denken Sie, wenn Sie das Foto heute sehen?
Es war mal was Neues, und ich fand es natürlich gut. Den Anstoß für diese extravagante Haarpracht gab übrigens meine Frau. Sie ist Friseurin, und eines Tages sagte sie: »Miloslav, lass uns mal etwas Außergewöhnliches mit deinen Haaren machen.« Ich sagte, warum nicht, und dann haben wir diese Frisur modelliert.

Gab es Vokuhila-Vorbilder?
Nein, eher im Gegenteil. Ich glaube, dass meine Frisur einige Popstars und Promis inspiriert hat, etwas ausgefallener zu werden. Manchmal werde ich auch gefragt, ob ich Fan von Mötley Crüe oder anderen Hair-Metal-Bands sei, aber ich versichere Ihnen: Damit hatte meine Frisur nichts zu tun – zumal ich diese Musik gar nicht höre. Das war eine reine Eigenkreation.

Fußballer sind oftmals abergläubisch. Sie rasieren sich Glatzen oder lassen sich einen Bart stehen, wenn Sie Meister werden oder Siegesserien halten sollen. Wie war es bei Ihnen: Hat die Frisur Ihnen Glück gebracht?
Dass die Haare meine Leistung auf dem Platz positiv beeinflusst haben, würde ich nicht sagen. Eher im Gegenteil: Ich bin in der Kabine ein paar Mal gehänselt worden.

Tatsächlich?
Nur im Spaß natürlich. Meine Mitspieler und auch die Trainer mochten die Matte eigentlich. Und weil so viel Material vorhanden war, musste ich manchmal sogar andere Frisuren imitieren.

Wie war es denn vor den Spielen? Standen Sie da stundenlang vor dem Spiegel?
Nein. Ich bin auch nicht täglich in den Friseursalon gegangen, wie Sie vielleicht denken. Ganz ehrlich: Ich habe mich nicht mehr als andere Menschen mit den Haaren beschäftigt. Sie waren einfach da.

Miloslav Penner, kennen Sie eigentlich Mike Werner?
Nein. Wer ist das?



Ein ehemaliger Bundesligaspieler von Hansa Rostock. Er trug seine Haare so extravagant wie ein spätsowjetischer Motorradrocker, der auf Tina Turner steht.
Aha, ein Bundesligaspieler mit einer interessanten Frisur! Ist doch okay. Jeder soll sich die Haare so machen, wie er möchte. Ich will das nicht bewerten.

Aber Sie wissen: Es kann nur einen geben. Hatte er oder Sie die beste Frisur der Fußballgeschichte?
Mir gefiel vor allem der Stil von Abel Xavier. Der trug nicht nur abgefahrene Frisuren, er kombinierte diese auch mit coolen Accessoires oder Tattoos.



Und heute?
Heute gibt es Mario Balotelli, der traut sich auch was. Man kann sagen, dass er ähnlich unterwegs ist wie Abel Xavier. Außerdem mag ich die Frisur meines Sohnes.