Mexikanische Profis wollen nicht gegen Drogen protestieren

Ängstliche Pumas

Sollen Fußballer mitten im mexikanischen Drogenkrieg gegen die Kartelle demonstrieren? Die Profis der Pumas haben dazu eine eindeutige Haltung.

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Neunter Spieltag in der mexikanischen Profiliga: Die Pumas aus Mexiko-Stadt erwarten die Chivas aus Guadalajara. Ein Spiel zweier Traditionsmannschaften im Estadio Olímpico Universitario im Herzen der mexikanischen Hauptstadt. Alles ist angerichtet für einen spannenden Klassiker, bis Enrique Graue eine folgenschwere Entscheidung trifft.

Graue ist Rektor der »Universidad Nacional Autónoma de México« kurz UNAM und damit einer der einflussreichsten Männer des Landes, denn seine Universität zählt zu den wichtigsten Institutionen Mexikos. Graues Wort hat Gewicht: Ob Pläne zu Plänen des umstrittenen Mauerbaus aus Washington oder Freihandelsabkommen NAFTA, wann immer es etwas zu diskutieren gibt in Mexiko ist Graue ein gefragter gesellschaftspolitischer Gesprächspartner in den Medien.

Botschafter gegen den Drogenhandel?

Die Pumas sind das Team der Universität, somit ist Graue indirekt ihr Vorgesetzter. Vor dem Duell der Pumas gegen die Chivas kam es in Mexiko-Stadt auf dem Universitätsgelände zu einer Schießerei. Zwei Männer starben. Offenbar handelte es sich um eine Auseinandersetzung im Drogenmilieu, berichteten mexikanische Medien.

Rektor Graue nahm das zum Anlass seine Kicker als Botschafter gegen den Drogenhandel einzuspannen, soweit war zumindest der Plan. Ausgeheckt hatte ihn die Presseabteilung des Klubs, berichtete Graue später: »Und ich habe das autorisiert.«

Spektakulär genug

Die elf Puma-Profis die Trainer David Patino für die Startformation vorgesehen hatte, sollten mit einer Botschaft in die Arena einlaufen: »Fuera Narcos« (Drogenhändler raus) sollte darauf zu lesen sein. Doch als die Profis von dem Plan erfuhren, gab es Widerstand in der Kabine.

»Sie wollten das nicht machen, aus Sicherheitsgründen. Also haben wir die Botschaft auf den Anzeigetafeln gezeigt«, erklärte Graue anschließend gegenüber mexikanischen Medienvertretern. »Drogenhändler raus aus der Universität« war schließlich auf den Tafeln zu lesen. Aber auch diese Kampfansage allein war schon spektakulär genug.