Mein Lieblingsmoment 2013: Der Lupfer

Winning ugly - in vielerlei Hinsicht

Während an der Copacabana das schöne, elegante Spiel zur Grundausbildung gehört, wurde den 11FREUNDE-Redakteuren das Credo der Effektivität eingeimpft. »Winning ugly« war das Motto – in vielerlei Hinsicht. Und so schafften wir es dank eines mehr geschossenen Tores in der Vorrunde und eines überragenden Torwarts Fabse Bodasch ins Finale.

Nach zwei 0:0-Spielen spielten wir im Elfmeterschießen unsere Stärke aus. Mit anderen Worten: Wir spielten so deutsch wie in der grauen Vorzeit vor 2006, dass es Guido Buchwald oder Carsten Ramelow die Freudentränen ins Gesicht getrieben hätte.

Gott vergibt, die Redaktion nicht


So ging es auch im Finale ins Elfmeterschießen. Nach teils jeder Beschreibung spottenden Fehlschüssen unsererseits, aber auch echten Glanzparaden unseres Torwarts, kam es auf den Praktikanten Felix Landwehr an. Ein Fehlschuss hätte für ihn nichts anderes bedeutet, als redaktionsintern auf ewig als der Versager aller Versager zu gelten. Gott vergibt, aber 11FREUNDE nicht. Wir hätten selbst Kutzop dazu bewegt, persönlich vorbeizuschauen und Felix Landwehr auszulachen. Kurzum: Der Junge stand unter einem enormen Druck.

Doch was tat er? Lupfte den Ball panenka-mäßig ins Tor. Die gut und gerne drei anwesenden Zuschauer flippten aus. Und wenig später reckte Tim Jürgens den Pott in die Höhe. Die Chroniken mussten umgeschrieben werden. Es war der Triumph eines Teams, einer Stadt, einer ganzen Region. Wir sind wieder wer.

Applaus in den Bars

Man könnte aber auch sagen: Es war nur ein Medienturnier mit überschaubarer Qualität. Nun wäre es lächerlich gewesen, sich deswegen in einer Kneipe mit dem Pokal in der Hand feiern zu lassen. Also gingen wir in mehrere.

Und es stimmt wirklich, der Cup verlieh uns den nötigen Glamour-Faktor. In der ersten Bar bekamen wir Drinks umsonst und wurden mit Applaus verabschiedet. In der nächsten wollten sich wildfremde Menschen mit dem Pokal fotografieren lassen. Noch heute sind wir uns nicht zu schade, ihn in unserem Eingangsbereich auszustellen. Denn das war die größte Leistung des Abends: Wir haben den Pott trotz ausgiebiger Feier nirgendwo vergessen. Nur der Siegtorschütze Felix Landwehr war irgendwann und irgendwo verschwunden. Wahrscheinlich in den Fängen des Ruhms und der Glitzerwelt.

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