Mein Fußballmoment des Jahres: »Manni« Bender rettet den BVB in München

»Wenn mein Name mit dieser Szene in Erinnerung bleibt, macht mich das happy.«

Es war Mannis letzter großer Moment in Schwarz-Gelb, denn drei Monate später bat er den Klub darum, nach acht Jahren wechseln zu dürfen. Damit verlor der BVB nach Kuba und Kevin Großkreutz einen weiteren sehr beliebten Meisterspieler. Obwohl er aussieht wie ein Klosterschüler, war Manni der Hulk unter Klopps Mentalitätsmonstern, der Mann, der sich mit dem Kopf voran ins Getümmel stürzte und Fragen erst danach stellte.

Kurz nach seinem Weggang wurde er vom Portal »Der Westen« auf seine Rettungstat in München angesprochen. Bender sagte: »Ich hoffe, dass die Menschen das nicht vergessen. Wenn mein Name mit dieser Szene in Erinnerung bleibt, macht mich das happy.« Sie haben es nicht vergessen – aber das lag auch an den nächsten elf Minuten.    

Es ist inzwischen fast in Vergessenheit geraten, wie sehr die Bayern dieses Spiel dominierten. Und das gilt auch für die Tatsache, dass Ousmane Dembélé zum wiederholten Male völligen Murks spielte. In einer »WhatsApp«-Gruppe sah ich kurz vor Benders Aktion den Post: »Der macht mich wahnsinnig. Ist Tuchel eingepennt?« Ich antwortete: »Er bringt mich schon seit Wochen auf die Palme. Der braucht eine Pause.« Es gab keine zwei Meinungen: Dembélé raus, Kagawa rein.

Elf Minuten Magie

Sechzig Sekunden später flankte Dembélé an den langen Pfosten und Pierre-Emerick Aubameyang traf zum überraschenden 2:2. Das nahm den Bayern für ein paar Minuten den Wind aus den Segeln. Um 22:16 Uhr fuhr Dortmund auf einmal einen Konter in Überzahl. Marco Reus spielte Dembélé an. Der schlug einen Haken und schlenzte den Ball an vier Gegnern vorbei in den Winkel.

Es war Dembélés letzter großer Moment in Schwarz-Gelb, denn vier Monate später blieb er dem Training fern, um nach einem Jahr seinen Wechsel zu erzwingen. Ja, er traf auch im Pokalfinale, doch dieser Abend war nicht halb so magisch wie die elf Minuten zwischen 22:05 Uhr und 22:16 Uhr am 26. April.

Ich kann mir nicht helfen, irgendwie glaube ich, dass es Dembélé nicht ganz so wichtig ist wie Bender, ob die Menschen das vergessen oder nicht.