Mein Fußballmoment des Jahres: »Manni« Bender rettet den BVB in München

Elf Minuten Magie

Manchmal reicht Fußballern eine einzige Aktion, um Fans für immer im Gedächtnis zu bleiben. Als Arjen Robben im Pokal den BVB hätte ausknocken können, gelang »Manni« Bender genau so eine Aktion. Mit der er außerdem die elf schönsten BVB-Minuten des Jahres einläutete.

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Mein zwei Fußballmomente des Jahres ereigneten sich am 26. April. Der erste um 22:05 Uhr, der zweite elf Minuten später, also um 22:16 Uhr. Der Grund, aus dem ich zwei Momente beschreiben muss, ist ganz einfach: Ohne den zweiten wäre der erste nicht bedeutend gewesen – und umgekehrt.

An jenem 26. April spielte Borussia Dortmund mal wieder im Pokal beim FC Bayern. An dieser Stelle sollte ich wiederholen, dass ich nicht zu den Bayern-Hassern unter den BVB-Fans gehöre. Ja, ich kann noch nicht einmal so etwas wie eine besondere Rivalität zwischen den beiden Klubs entdecken, sieht man mal von den wenigen Saisons ab, in denen sie sich einen Zweikampf um einen Titel geliefert haben.

Trotzdem bin ich meistens leicht genervt, wenn ich die Bayern sehe. Ganz einfach weil sie meinen Verein in der Regel schlagen, wenn es um die Wurst geht. Wie im Champions-League-Finale 2013. Wie im DFB-Pokalfinale 2014. Und 2016. Von den diversen Halb- und Viertelfinals will ich gar nicht erst anfangen.

Wann trifft Lewandowski?

Das Spiel im April war ein solches Halbfinale, und alles lief wie immer. Borussia ging früh in Führung, was stets ganz besonders ärgerlich ist, weil dann Hoffnung aufkeimt. Diesmal aber nur kurz, denn natürlich drehten die Bayern das Spiel noch vor der Pause, durch Javi Martinez und – logisch! – den Ex-Dortmunder Mats Hummels. Von da an stellten sich nur noch zwei Fragen: Trifft auch der zweite ehemalige Borusse, Robert Lewandowski? Und wie viele Spieler wird Arjen Robben aussteigen lassen, bevor er sein obligatorisches Tor gegen den BVB erzielt?

Die Antwort auf die zweite Frage war die erste Überraschung des Abends: gar keinen. Es war nämlich nicht nötig. In der 63. Minute spielte Roman Bürki einen aberwitzigen Pass auf Julian Weigl, den Thiago innerhalb des Strafraums (!) abfangen konnte. Weil Bürki den Winkel verkürzte, legte Thiago den Ball quer auf Lewandowski und der Pole schob das Leder weiter in die Mitte, wo der völlig freie Robben sofort aufs leere Tor schoss und dann nach rechts abdrehte, um seinen Jubellauf zur Seitenlinie zu beginnen.

Und dann kam »Manni« Bender

Allerdings war das Tor dann doch nicht ganz so leer. Sven »Manni« Bender war zurückgeeilt und stand auf der Linie. Robbens Schuss klatschte an den rechten Pfosten und niemand war darüber verblüffter als der Holländer selbst. Erst in der Zeitlupe konnte man erkennen, dass Bender den Ball mit einem Spreizschritt noch erreicht hatte und dass seine Fußspitze ihn gegen den Pfosten drückte.

Es war Benders einziges Pokalspiel der Saison. Die ersten Runden hatte er wegen diverser Verletzungen verpasst und die nächste, das Finale würde er von der Bank aus verfolgen müssen. Dass Borussia dieses Finale überhaupt erreichte, lag nicht zuletzt an Benders spektakulärer Rettungsaktion, denn einen 1:3-Rückstand hätte ein zu diesem Zeitpunkt hoffnungslos unterlegener BVB in München sicher nicht aufgeholt.