Marokko vs. USA/Kanada/Mexiko: Die WM-2026-Bewerber im Check

Marok k.o.?

Heute stimmt die FIFA darüber ab, wo die WM 2026 stattfinden soll. Wir haben uns vorab angeschaut, welche Punkte für welchen Ausrichter sprechen. Klar ist: Ohne die Personalie »Greg Berhalter« lässt sich das nicht entscheiden. 

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Menschenrechtssituation
Marokko: Homosexualität? Verboten. Religions-, Meinungsäußerungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit? Eingeschränkt. Pressefreiheit? 2016 etwas gelockert. Allerdings nicht für Menschen, die den Islam oder die Königsfamilie kritisieren. Man kann also festhalten: Im Vergleich zur Situation im Gastgeberland der WM 2022 ist die Menschenrechtslage in Marokko großartig.


USA/Mexiko/Kanada: Sicher: Korruption und Bandenkriminalität sind vor allem in Mexiko ein großes Problem. Allerdings kennt sich die FIFA mit Korruption und Bandenkriminalität ja bestens aus. Außerdem sind die Menschen in Kanada, wenn man ihnen nicht grade zufällig bei einem Eishockey-Spiel in die Faust schlittert, normalerweise so nett, dass sich das ganze neutralisiert. Bleiben die USA. Dort landet man zwar zwei Wochen nach Kündigung auf direktem Weg in der Gosse und Grundschüler sollten lieber nicht ohne schusssichere Weste im Sachkunde-Unterricht sitzen. Aber dafür wurden in den USA auch TV-Formate wie »Dismissed« oder »Jersey Shore« entwickelt. Und gekringelte Pommes, die aussehen wie Korkenzieher. Kurz gesagt: Es ist eine Art Paradies. Punkt für Amerika.


Infrastruktur

Marokko: Neun der 14 Stadien müssten in Marokko noch gebaut werden. Aber wir wissen ja spätestens seit der WM in Brasilien: Ultrateure Neubauten mitten im Nichts sind immer eine gute Idee. Zumindest für die beauftragten Baufirmen, deren Geschäftsführer zufällig verschwippschwägert sind mit irgendwelchen FIFA-Funktionärs-Fuzzis und die rein zufällig ordentlich Kohle scheffeln können. Wenn die Stadien danach vergammeln? Was soll’s! Hat doch allen Spaß gemacht. Außerdem beteuert Marokko, dass es für die zu bauenden Stadien bereits nachhaltige Rückbau-Konzepte gebe. Beziehungsweise zumindest genug Sand, um die Arenen nach der WM zu ulkigen Kunst-Dünen umzuschütten.



USA/Mexiko/Kanada: In den USA gibt es zahlreiche hochmoderne Stadien. In Mexiko gibt es das altehrwürdige Aztekenstadion. Und in Kanada gibt es eine Multifunktionsarena, dessen Betreiber die »Winnipeg Blue Bombers« sind. 2:0 für »United 2026«.

Geplante Grenzmauern zum Mitausrichter
Marokko: 0

USA/Kanada/Mexiko: 1. In diesem Fall ein Eigentor. Marokko verkürzt.

Fußballbegeisterung im Land
Marokko: Das nordafrikanische Land bewirbt sich bereits zum fünften Mal für die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft. Das zeigt: Die FIFA will ihnen das Turnier eigentlich wirklich nicht anvertrauen. Es zeigt aber auch, dass die Marokkaner Bock haben auf Fußball. Zu den Spielen von Wydad Casablanca strömen zehntausende Ultras, Stars wie Kapitän Medhi Benatia werden verehrt wie in den USA. Eine WM in Marokko sollte also nicht an der Stimmung scheitern.





USA/Kanada/Mexiko: In Mexiko ist Fußball Religion. In Kanada ein Fremdwort. Und in den USA ist Fußball immer dann interessant, wenn grade kein Football läuft. Und kein Basketball. Und kein Baseball. Und kein Eishockey. Und kein Curly-Fries-Wettfressen. Und kein Highschool-Curly-Fries-Wettfressen. Und kein Highschool-Curly-Fries-Wettfressen der Damen. Insgesamt hält sich die Begeisterung also in Grenzen. Ausgleich Marokko.

Legendärster Bundesligafußballer der Geschichte
Marokko: Rachid Azzouzi oder Abdelaziz Ahanfouf oder Adil Chihi oder Abderrahim Ouakili.



USA/Kanada/Mexiko: Paul Stalteri (Kanada) oder Kevin McKenna (Kanada) oder Rob Friend (Kanada) oder Frankie Hejduk (USA) oder Steven Cherundolo (USA) oder Greg Berhalter (USA). Trotzdem Punkt für beide. Also für alle zehn. 3:2. Geht es nach 11FREUNDE, geht die WM also nach Marokko. Aber da nicht mal Redaktionsdackel »Rene« auf uns hört, hat das natürlich nichts zu bedeuten.