Marcelo Bielsa verzaubert Leeds

Nichts für Journalisten


Und doch ist es nur eine sanfte Übertreibung, so man behauptet, das aktuelle Spiel von Leeds United pendele irgendwo zwischen der chilenischen Nationalmannschaft in der Defensive und dem FC Barcelona in der Offensive. 

Ein beeindruckendes Beispiel für die Schönheit dieses Spiels lieferte die Mannschaft im letzten Auswärtsspiel bei Norwich City.

Über eine Minute zog sich der Angriff, der schließlich zum 2:0 führen sollte. Elf Stationen überdauerte die Attacke, die sich von der rechten Defensivseite und einem Einwurf über den linken Flügel und schließlich in den Strafraum zog. Es war ein Spielzug, der wie am Reißbrett geplant wirkte und doch durch und durch situativ war.

Eine Mannschaft ohne Stars - und mit Mateusz Klich

Ständig war ein Mitspieler im Begriff, einen Lauf in die Tiefe oder zumindest weg von seinem Gegner zu machen, so dass der ballführende Spieler zumeist mehr als nur eine Anspielstation hatte. Läufe, die in neun von zehn Fällen umsonst sind. Und frustrierend. Und aber in diesem einen von zehn Fällen golden.



Perfekt ausgeführt von einer Mannschaft, der die klassischen Stars abgehen. Eine Mannschaft, in der Mateusz Klich, der einst nicht gut genug für den 1. FC Kaiserslautern zu sein schien, geschickt die Fäden zieht im zentralen Mittelfeld und plötzlich auch noch torgefährlich ist (uwei Tore in vier Spielen).



Nichts für Journalisten

Man könnte die Schwärmerei über das aktuelle Vermögen von Leeds United, über die Tätigkeit von Marcelo Bielsa hier erst beginnen. Man könnte sich darüber auslassen, wie wunderbar von aller Welt entrückt er da immer an der Seitenlinie hockt, auf einer blauen Tonne, scheinbar endlos in ganz generellen Gedanken über dieses Spiel, über den Fußball an sich, den er wie eine Lebensliebe anhimmelt, von der er genau weiß, warum er sie so verehrt, aber auch, dass sie ihn immer wieder überrascht.



Man könnte sich darüber amüsieren, dass dieser Mann, der Interviews so hasst, weil er Journalisten nicht traut, weil sie alles, was er mühsam erklärt, auf mißverständliche Brocken hinunter kürzen, dass dieser Mann also nun Spielfeld-Interviews gibt, die keine sind. Weil er sich die Fragen ins Spanische übersetzen lässt, nur um dann leicht grummelnd doch nur mit »ja« oder »nein« zu antworten. 



Bedauern über PML

Man könnte darüber Bedauern entwickeln, dass Pierre-Michel Lasogga nicht mehr in Leeds weilt. Weil man das doch zu gern gesehen hätte. »El Loco« und »PML«.



Stattdessen endet es hier. Mit der einfachen Aufforderung, die fast schon eine Bitte ist, sich Spiele von Leeds United anzuschauen.



Es müssen ja nicht gleich 13 Stunden sein.