Marcel Koller im Interview

„Ich sehe eine Perspektive“

Pünktlich zum Trainingsauftakt verkündete der VfL Bochum die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Marcel Koller. Die Zukunft des Vereins sieht der Schweizer sehr optimistisch: Sein Traum bleibt der internationale Wettbewerb. imago images
Marcel Koller, herzlichen Glückwunsch zur Vertragsverlängerung. Der neue Kontrakt gilt für die Erste und die Zweite Liga, korrekt?

Ja, ich nehme aber lieber mit der ersten Vorlieb.

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Was waren Ihre Beweggründe für eine vorzeitige Verlängerung?

Ich fühle mich wohl in Bochum, hier kann ich gut arbeiten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Ruhe bewahrt wird, auch in hektischen Zeiten. Ich habe große Unterstützung erfahren, und auch ich will zeigen, dass ich nicht gleich abhaue, wenn es mal nicht läuft. Der Verein hat den Wunsch mit mir weiter zu machen, ich sehe eine Perspektive, die es gilt umzusetzen.

Sie haben Ihre Zukunft im Verein auch immer vom Personal abhängig gemacht. Sehen Sie jetzt eine Perspektive, den Kader auf Dauer zusammenzuhalten?

Alle im Club sind sich einig, dass wir weiter kommen wollen, dazu ist zunächst einmal der Verbleib in der Bundesliga entscheidend. Dann kann man einen Stock anlegen und diesen noch erweitern.

Mimoun Azaouagh hat sich schon vorgestellt, Shinji Ono wurde am Freitag getestet. Wie lauten die weiteren Planungen?

Morgen wird kein weiterer Neuzugang auf der Matte stehen, aber ich hätte gerne noch einen Stürmer. Mimoun und Shinji sind Mittelfeldspieler, die Suche nach einem Angreifer geht weiter.

Beim Auftakt war der Trainingsplatz gut gefüllt. Muss der ein oder andere damit rechnen, aus dem Kader zu fliegen?

Ich werde bestimmt nicht mit 30 Mann trainieren. Da werden einige zwangsläufig nicht jeden Tag dabei sein oder mit ins Trainingslager fahren. Aber erst in der kommenden Woche kann ich mir ein besseres Bild machen und eine Entscheidung treffen.

Ihr neuer Kontrakt läuft jetzt bis 2010. Welche Ziele haben Sie sich vorgenommen?


Natürlich ist der internationale Wettbewerb ein Traum, aber der ist auch abhängig von den Spielern. Gehen drei Stammspieler weg oder kann man sie halten und das Team noch weiter verstärken? Das sind die entscheidenden Fragen. Aber die Geschichte zeigt auch, dass obere Platzierungen nicht zur Realität des VfL gehören. Der achte Platz aus der vergangenen Saison war das drittbeste Resultat des Vereins. Mein Ziel ist es, die Spieler Schritt für Schritt nach oben zu führen.

Also hoffen Sie, dass ein Ausverkauf in Zukunft ausbleibt?


Ich habe die Zusicherung des Vereins, dass man weiterkommen will, das geht natürlich nicht, wenn man jede Saison zehn Akteure abgibt. Aber wenn ein Riesenangebot kommt, muss man darüber sprechen. Das ist auch immer eine Frage des Preises, denn mit dem Geld kann ich vielleicht zwei, drei weitere Verstärkungen holen. Das ist immer von Fall zu Fall abhängig und um welchen Spieler es sich handelt.