Mainz-Kapitän Niko Bungert zum Karriere-Ende

»Ich habe eine unglaubliche Wertschätzung genossen«

Am letzten Spieltag haben Sie dann einen Scorpion-Kick gezeigt. Das hätte man so wohl eher nicht von Ihnen erwartet. 
Ich war wohl am meisten von mir selbst überrascht. In 14 Jahren Profifußball habe ich so etwas weder im Training noch im Spiel gezeigt. In der letzten Minute meiner Karriere so ein Tor zu schießen, wäre aber vielleicht auch des Guten zu viel gewesen. 

Das war eine der letzten Szenen ihrer aktiven Laufbahn. 
Ich hatte die Befürchtung, dass es der traurigste Tag meiner Karriere werden würde. Aber nochmal so ein Fußballfest in Mainz erleben zu dürfen, war überwältigend. Ich habe eine unglaubliche Wertschätzung genossen, das werde ich nicht vergessen. 

Sie bleiben dem Verein ja erhalten. 
Im August werde ich den Trainerschein machen, ehe ich bei Mainz 05 ein Trainee-Programm anfangen werde. Rouven Schröder hat das nach seiner aktiven Karriere beim VfL Bochum ähnlich gemacht. Er hat sich sehr dafür eingesetzt, dass ich diese Erfahrung auch machen darf. 

Dafür haben sie neben ihrer aktiven Karriere auch Fußballmanagement studiert. 
Ich habe etwas Abwechslung gesucht. Wir sind viel unterwegs, sind in Hotels und fahren im Bus. Ich wollte die Zeit nicht mit Serien oder Filmen überbrücken, sondern eine Herausforderung suchen. Am wichtigsten war mir aber, dass es sich nicht auf meine sportliche Leistungsfähigkeit auswirkt.

Sie sind also nicht der PlayStation-Typ?
Ich würde nicht sagen, dass man das nicht auch noch irgendwie unterbekommt. Aber mit meinen zwei Kindern ist die Zeit an der PlayStation weniger geworden. Mein Sohn kommt aber jetzt in ein Alter, in dem er mich auch mal herausfordern wird. 

Ihr Sohn spielt bei den Bambinis in Mainz-Finthen – wird der nächste Bungert in etwa zehn Jahren für die Profis auflaufen? 
Ob der Weg so weit geht, das weiß man nicht. Er hat Spaß an der Sache, das ist das Wichtigste