Mainz-Kapitän Niko Bungert zum Karriere-Ende

»Die zwei Spiele gehörten zu den Tiefpunkten«

Wollten sich die Drei nicht auf ein Quartett einlassen? Beispielsweise mit Niko Bungert am Saxofon?
Nein, man muss der Typ dafür sein. Es gibt Jungs, die ruhiger sind und den Erfolg im Hintergrund genießen. Die Drei waren Rampensäue, das war auch gut so. Verschiedene Charaktere gehören dazu, dass man zusammen Erfolg und Spaß hat.  


Die Bruchweg-Boys fielen auseinander, es ging in der Europa-League-Qualifikation gegen Gaz Metan Medias. Bekommen Sie heute noch Gänsehaut, wenn Sie den Namen der Mannschaft hören?
Ich hatte wirklich elf durchweg erfolgreiche Jahre, aber die zwei Spiele gehörten zu den Tiefpunkten. Man darf die Geschichte dahinter nicht vergessen: Die Spiele sind unfassbar unangenehm, weil es Pflichtspiele mitten in der Vorbereitung sind.

Die Mannschaft scheiterte im Elfmeterschießen, die Fans waren ziemlich sauer.
Den Frust der Fans kann man nachvollziehen. Sie haben unglaublich viel Mühe, Kosten und Aufwand auf sich genommen um dahin zu fahren und uns in die nächste Runde zu bringen. Aber das Verhältnis zwischen Fans und Spieler war bei uns immer von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis geprägt. Die Wege zueinander waren kurz und keiner der beiden Seiten war über die Jahre hinweg nachtragend.  

Und das obwohl Sie drei Jahre später wieder in der Europa-League-Qualifikation scheiterten.
Es war wieder sehr unglücklich. Am Ende verloren wir durch eine abgerutschte Flanke von Pablo de Blasis, der kurz danach zu uns wechselte. Wir hätten ihn aber auch gerne geholt, wenn er dieses Tor nicht geschossen hätte. 

Als er in Mainz ankam, gab es dann den ein oder anderen Spruch?
Er wurde herzlich empfangen, auch weil er von Anfang an eine ansteckend positive Art hatte. Aber wir waren in einer schlechten Position um Sprüche zu klopfen, die kamen dann eher von ihm.