Luca Toni bombt noch immer

Jetzt schon 15 Saisontore

Vielleicht stimmt es ja, dass irgendwann alles zurückkommt, wenigstens in abgeschwächter Form, als Zeichen oder Botschaft. In der Saison 2013/14 wurde Verona sensationeller Zehnter, der Mittdreißiger Toni traf dabei 20 Mal - und damit nur zweimal seltener als der Serie-A-Torschützenkönig, der auf den Namen Ciro Immobile hörte und anschließend gen Dortmund zog. In diesem Jahr steht Toni erneut bei 15 Toren, am Wochenende gelang ihm ein Doppelpack gegen Cesena, und schon wieder war es wie damals: ein Abstauber, das lachende Nicken, die Hand am Ohr. »Met tot dia reis l'idea?« Habt ihr das gesehen? Sein zweiter Volltreffer entstammte dem Segment der Delikatessen, eine Flanke drosch er volley ins Netz, Hellas führte 3:0. Und spielte 3:3, das bedeutetet Rang 15, allerdings elf Punkte vor der Abstiegszone.

Ein Panenka. Von Luca Toni!

Neulich, im San Siro beim AC Milan, versuchte sich Toni als Panenka, lässig chippte er den Ball beim Elfmeter in die Mitte, Zeitlupen-Tempo, drin. Das sind die Momente, die man einem Fußballspieler, der Grobmotorik vor Feinjustierung setzt, per se nicht zutraut. Toni probierte es einfach, La Dolce Vita, weil er seinen Kollegen erzählt hatte, in ebenjener Manier treffen zu wollen. Und wer weiß, wie viele Gelegenheiten sich noch bieten.

Im Mai wird er 38. Aber müssen nicht andere Maßstäbe angelegt werden an einen, der Begriffe wie »Spätstarter« und »Wandervogel« auf eine herzerfrischende Art definierte? An einen, der erst mit 23 in der Serie A debütierte und mit 27 in der Nationalmannschaft? Der für 15 verschiedene Vereine spielte, traf, schraubte, und der diese fast unverschämte Leichtigkeit nördlich der Alpen platzierte? Bei Bayern hat er Deutschunterricht genommen, mit Franck Ribéry, sie haben ziemlich viel gescherzt und ziemlich wenig gelernt, doch sie haben sich verstanden, sportlich und privat - was wiederum ziemlich viel aussagt.

Das 20-Tore-Versprechen

Wenn Toni abtritt, wird dem Fußball etwas fehlen. Eine Entscheidung über seine Zukunft will er im Sommer fällen, und tatsächlich gibt es Hoffnung. 2014, bei der Abschieds-Ankündigung, fuhr sich Luca Toni durchs pechschwarze Haupthaar, grinste und philosophierte: »Wenn ich 20 Tore schieße, würde ich darüber nachdenken, noch einmal weiterzumachen.«

Vielleicht hat der Biber noch etwas zu knabbern.

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