Legendäre Traumtore (8): Uwe Seeler vs. Herne

Fässerweise Honig

Unser legendäres Traumtor der Woche widmen wir heute dem HSV. Und erinnern an ein wunderbares Kunststück von Vereinsikone Uwe Seeler.

imago

Selbst wenn es nicht so hält mit dem HSV: Einem Mann würde man gerne eine Saison wie die diese ersparen. Uwe Seeler dürfte es momentan nicht sonderlich gut gehen. Die HSV-Legende steht wie kein anderer für den Traditionsverein, ein Abstieg seines geliebten Klubs wäre sicherlich mehr als nur eine schallende Ohrfeige für Uns Uwe.

»Auf strammen Beinen«

Die 11FREUNDE-Redaktion möchte deshalb das legendäre Traumtor Nummer 8 dem Hamburger SV widmen, vor allem dem besten Spieler der Vereinsgeschichte – Uwe Seeler. Der erzielte sein vielleicht spektakulärstes Tor im HSV-Dress am 4. Juni 1960 in der Endrunde der Meisterschaft gegen den westdeutschen Meister Westfalia Herne. Nicht, wie üblich, mit dem Kopf. Sondern so:

»Auf strammen Beinen war Seeler vor das Tor gekurvt, um den hoch von links heransegelnden Vorlage-Ball seines Kameraden Klaus Stürmer einzukicken. Doch aus dem Tor stürzte Westfalias Nationaltorhüter Tilkowski hervor. Sie erreichten gleichzeitig die Stelle, wo der Ball niedergehen würde. Beide stürzten im Sprung nach dem Ball, doch Uwe Seeler schaltete schneller: Der Ball bumste auf, und im nächsten Moment hatte ihn Seeler - mit dem Kopf zum Tor auf dem Rücken liegend - ins Tor getreten.«



Dieser verrückte Treffer entzündete den Hype um den kleinen Hamburger (1,69 Meter) endgültig, selbst der »Spiegel« veröffentlichte eine ellenlange Titelgeschichte – aus ihr stammt die obige Beschreibung. Auch der Rest der Presselandschaft flog auf Wolke Sieben. »Über Uwe Seeler müsste man fässerweise Honig ausschütten«, jauchzte die »Welt«. »Sein Siegestor (der HSV gewann mit 2:1, d. Red.) war ein Gedicht, ein Meisterstück fußballerischer Artistik«, jubilierte das Magazin »Sport«.

Schöne Zeiten

Und Uwe selbst? Der antwortete ganz im bescheidenen Seeler-Style: »Ich spiele halt immer so lange, bis der Ball nicht mehr erreichbar ist.« Wir freuen uns einfach über ein wunderbares Tor. Und erinnern uns an einen HSV aus einer anderen Zeit. Einer, man muss es in diesem Zusammenhang sagen, besseren Zeit.