Legendäre Traumtore (7): Wilhelm Huxhorn vs. Mannheim

Der Weltrekord-Schuss

Karl Allgöwer? Martin Kree? Bernd Nickel? Den heftigsten Schuss der achtziger Jahre hatte Darmstadts Torhüter Wilhelm Huxhorn. Zweimal gelang ihm ein Tor vom eigenen Strafraum.

imago

Weil wir ein bisschen im Darmstadt-Fieber sind, haben wir mal unsere 98 Lilien-Ordner durchforstet – und sind schließlich auf dieses Schmuckstück gestoßen: Wilhelms Huxhorns Tor vom eigenen Strafraum am 17. November 1990 gegen Waldhof Mannheim. Später wurde der Treffer zwar Henrik Eichenauer zugesprochen, da der Schiedsrichter glaubte, der Angreifer hätte den Ball noch berührt – doch in Fankreisen gilt immer noch 98-Keeper Huxhorn als Torschütze.

Das Tor hat darüber hinaus eine interessante Vorgeschichte. Es handelte sich jedenfalls nicht um einen Zufallstreffer. »Wilhelm hatte immer schon einen sehr mächtigen Schuss«, erzählte Mitspieler Uwe Kuhl mal in einem Interview mit 11freunde.de. So hatte Huxhorn bereits fünf Jahre zuvor gegen Fortuna Köln ein Tor per Abschlag erzielt. Der Treffer aus 102 Metern brachte ihm einen Guinness-Eintrag. Das Absurde war: Von diesem Tor gibt es kein Bewegtbild. Damals, am 27. April 1985, regnete es in Köln in Strömen, und es verirrten sich gerade mal 400 Leuten ins Stadion. Sie waren die einzigen Zeugen, denn die ARD verzichtete darauf, eigene Fernsehteams zu diesem vermeintlichen Trauerkick zu schicken.

Danach hielt sich trotzdem lange das Gerücht, dass der Treffer in der »Sportschau« zum »Tor des Monats« gewählt worden war. Kuhl: »Das habe ich nie geglaubt. Wie hätte man das Tor auch zeigen sollen? Sie hätten es nachstellen müssen.« Tatsächlich erhielt im April 1985 ein Tor von Pierre Littbarski die Auszeichnung »Tor des Monats«.

Wie auch immer: Seht hier das zweite Abschlagtor von Wilhelm Huxhorn – das zwischenzeitliche 1:1 gegen Waldhof Mannheim am 19. November 1990 (Endstand 1:4).