Legendäre Traumtore (57): Zidane vs. Leverkusen

Schuss ins Glück

Wie entscheidet man eigentlich stilvoll das wichtigste Finale des Vereinsfußballs? So wie Zizou natürlich. 

Imago

Am 23. Juni 1972 wurde in Marseille Zinédine Zidane geboren. 2006 beendete er seine Fußballkarriere und hatte Spuren auf dem Fußballplatz und in den Köpfen der Menschen hinterlassen, von denen noch in 100 Jahren gesprochen und geschrieben werden wird. Und was geschah dazwischen?

Zidane verzauberte eine ganze Welt mit seiner Art und Weise, Fußball zu interpretieren. Auf dem Platz schien er eher Klavier zu spielen, so genau und elegant streichelte er den Ball und fintierte seine Gegenspieler nach belieben. Dabei umgab ihn, und sein Spiel, stets eine Aura des Besonderen. So war es auch im Championsleague-Finale 2002 in Glasgow. Es stand 1:1 und Leverkusen schlug sich wacker. Dann kam einer dieser Momente, bei dessen Nachahmung sich jeder Normalsterbliche alles im Knie ruptiert hätte, was so geht. Nicht aber Zidane. Eine Flanke kam an den 16er gesegelt, er nahm den Ball volley mit Links, seinem wohlgemerkt »schwächeren« Fuß, und semmelte ihn in den linken Winkel des Leverkusener Tors. So schön und doch so schmerzvoll zugleich.