Legendäre Traumtore (41): Matt Le Tissier vs. ManUnited

Gottes Bogen

Sie nannten ihn »Le God«, denn er lief nicht über das Feld, sondern er wanderte. Im Spaziergang schoss er Tore, die heute unvergessen sind. Bühne frei für Matt Le Tissier.

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Auf seiner Twitter-Seite nennt er sich selbst: »Slightly lazy – but gifted«, ein bisschen faul, aber talentiert. Und so wirkte auch sein Spiel. Matt Le Tissier dribbelte seine Gegenspieler nie mit der Rasanz oder Wucht aus, wie es zu seiner Zeit Ronaldo tat oder später Lionel Messi. Manchmal wirkte es, als schlich er über das Feld. Vielleicht machte er deswegen nur acht Länderspiele, und vielleicht blieb er deswegen seine gesamte Karriere in Southampton. Es war doch ganz gemütlich dort.

Außerdem liebten sie ihn dort, sie tauften ihn »Le God«, denn während er so über den Platz spazierte, schnappte er sich den Ball wie zufällig, wanderte dann um seine Gegenspieler herum und schloss beinahe im Vorbeigehen ab. So machte er sensationelle Tore. Keine Übersteiger mit anschließendem Hackentrick, keine Fallrückzieher, keine Flugkopfbälle. Er schoss einfach. Präzise, gefühlvoll und vor allem: elegant.

1994/95 gelang ihm das Tor des Jahres. Eine tolle Hütte gegen Blackburn Rovers. Wir schauen uns heute trotzdem das Tor gegen Manchester United aus der Saison 1996/97 an. Ein Lob. Wie beim Tennis. Das sagen die einen. Andere nannten das Tor den Bogen Gottes. Southampton gewann damals in einem epischen Match 6:3.