Legendäre Traumtore (36): Ronaldo vs. Compostela

Der Dampfwalzen-Walzer

Egal was passiert, es wird nur einen wahren Ronaldo geben. Und zwar jenen, der 1996 die Abwehr von Compostela in Schutt und Asche rannte.

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Zu seinen besten Zeiten war Ronaldo, also der echte, brasilianische Ronaldo, nicht weniger als eine Naturgewalt. Mit Siebzehn quasi aus dem Nichts nach Eindhoven gekommen, fegte er zwei Jahre lang wie ein Wirbelsturm durch die Eredivisie. Selbst dem fachunkundigsten Beobachter war schnell klar: Dieser Bub mit den Hasenzähnen und der unfassbaren Dynamik ist das, was man gemeinhin als Jahrhunderttalent bezeichnet. Und Holland für einen wie ihn viel zu klein.

1996 zog es den gerade 19-Jährigen nach Barcelona, wo er leider nur eine Saison blieb, sich mit 34 Toren aber immerhin nachhaltig ins kollektive Gedächtnis des Klubs einschrieb. In jener Saison, bevor er dann weiter zu Inter, Real und als einer der besten Stürmer der Historie in die Geschichtsbücher weiterzog, schoss er gegen Compostela ein Tor, das als Blaupause gelten kann für das, was diesen unglaublichen Spieler ausmachte: Dynamik, Power, gepaart mit einer unendlichen Eleganz. Ein Verteidger, zwei, drei, vier, fünf, egal. Ganz Compostela hätte in diesem Moment Jagd auf Ronaldo machen können, er wäre doch durchgekommen. Ronaldo war wie eine Dampfwalze, die einen leidenschaftlichen Walzer aufs Parkett legt. Und wir vermissen ihn jeden Tag.