Lavric will weg aus Duisburg

Auf van der Vaarts Spuren

Das Hamburger Sommertheater um Rafael van der Vaart ist kaum vorbei, da bahnt sich in der Bundesliga der nächste Erpressungsversuch eines Profis an: Klemen Lavric möchte unbedingt nach Frankreich wechseln. Nachdem der Verein abgelehnt hat, leidet der Slowene nun unter einer spontanen Erkältung. Ich bin ernsthaft überrascht: Es ist nicht Medienstar Ailton, welcher über seine unfreiwillige Rolle als Einwechselspieler meckert, sondern der eher phlegmatische Lavric. Verstehen kann man Klemen natürlich, denn er ist mit Sicherheit zu gut für die Reserve, auch wenn mir da viele Duisburg-Fans widersprechen werden. Aber die Mannschaft wird immer noch vom Trainer aufgestellt und es kann einfach nicht sein, dass der feine Herr Lavric nach drei Spieltagen beleidigt ins Ausland flüchten will. Denn so überragend scheint sein Konkurrent Mannasseh Ishiaku nun doch nicht zu sein.

Aber weshalb rege ich mich eigentlich noch auf: Dass Verträge für moderne Profifußballer nur bindend sind, wenn sie ihren eigenen Interessen entsprechen, ist inzwischen ja leider traurige Realität geworden. Und von angestaubten Werten wie Vereinstreue will ich gar nicht erst sprechen. In Zeiten des prostituierenden Kommerzfußballes werden wir uns an solche Schlagzeilen gewöhnen müssen - leider auch bei kleinen Vereinen wie dem MSV Duisburg.