Kuriose Schätze für den Man of the Match

Schinkenhäger und Adilette

Wer zum Mann des Spiels gewählt wird, dem ist nicht nur Ruhm und Ehre sicher, sondern auch ein Preis. So wie dem südafrikanischen Fußballer, der sich über 5 Gigabyte Datenvolumen freuen durfte.

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Tja, da stand er nun, der unbekannte Mann von Mamelodi Sundowns und hielt seinen Preis in die Kamera. Wie Otto einst, in seinem ersten Film, mit einem Blick, der sagte: »Das kann ich doch nicht annehmen! Ich kann doch nicht annehmen, dass das schon alles sein soll!« - Aber doch, das war alles. Eine Sim-Karte des südafrikansichen Mobilfunkanbieters Telkom mit einem Datenvolumen von, nein, nicht drei, nicht vier, sondern ganzen fünf Gigabyte. Und es bleibt nur zu hoffen, dass der Mann des Spiels noch eine kleinere Ausführung erhielt, um sich anschließend zu trösten, schließlich hatten seine Vorgänger weniger Glück: 

Alles-oder-nichts hieß es zum Beispiel es im argentinischen Supercup, dem traditionellen Ein-Spiel-Wettbewerb zwischen argentinischem Meister und Pokalsieger. Hauptsponsor war im vergangenen Jahr eine weltbekannte Fast-Food-Kette, was Lautaro Acosta aber noch nicht wusste als er das Tor für CA Lanus beim 3:0-Sieg gegen River Plate schoss. Und kurz darauf zum Man of the Match gewählt wurde.

Eine Ehrung, die zumeist mit dem Überreichen einer Champagnerflasche oder eines kleinen Pokals erledigt ist. Außer der Sponsor verzichtet auf Champagner und Pokal und stellt einen ramponierten Barbecuegrill parat. Inklusive Schürze. Acosta nahm es noch mit Humor. Vielleicht im Wissen, das es noch viel schlimmer hätte kommen können.

So zum Beispiel während der Copa America in Chile, als der Mann des Spiels stets ein käserad-artiges Holztablett überreicht bekam. Wer sich fragt, was man damit macht, sollte sich auch fragen, was man mit drei von diesen Dingern machen sollte, wenn man wie Lionel Messi in drei Spielen preisverdächtig aufgespielt hat.

Dabei gehört die Auszeichnung zum Man of the Match zu den - wen wundert es noch - abstrusen Auswüchsen des modernen Fußballs. Erst seit der Weltmeisterschaft 2006 vergibt die FIFA regelmäßig einen Preis. Ihren Ursprung hat die Idee im Cricket, wo seit den 1980er-Jahren eine Trophäe an den Spieler mit dem größten Einfluss auf das Spielgeschehen vergeben wird. Während die Auszeichnung im Cricket seitdem mit finanziellen Ausschüttungen verbunden ist, zeichnet der Fußball oftmals mit fragwürdigen Trophäen aus.

»Was mache ich hiermit?«, fragte sich auch der Blick von Luka Modric während der Ehrung als Man of the Match im Halbfinale der FIFA Klub WM. Wohlgemerkt gab es allein den vergoldeten, ein Meter langen Autoschlüssel zu gewinnen. Ein Auto selbstverständlich nicht.