Kuriose Geschichten zum Saisonende

»Sie waren betrunken. Für uns existieren sie nicht mehr.«

Die längste Auswärtsfahrt
Vor über einem Jahr flog der Everton-Fan Ric Wee aus Malaysia nach Liverpool, um das erste Mal in seinem Leben ein Spiel seiner Mannschaft zu sehen. Kurz nach seiner Ankunft twitterte er: »Nachdem ich 30 Jahre den FC Everton supportet habe, werde ich das Team zum ersten Mal live sehen. Endlich!« Blöd nur: Wenige Minuten später erfuhr er im Stadion, dass die Partie gegen Crystal Palace wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden musste. Die Vereinsoffiziellen fanden Wees Geschichte so tragisch, dass sie ihn und seinen Kumpel prompt in den Umkleideraum einluden, wo die beiden Malaysier Trainer und sämtliche Spieler zum privaten »Meet & Greet« trafen. Immerhin.
 
Am vergangenen Wochenende erging es einem Mann namens Moses ähnlich. Er war zum ersten Mal in seinem Leben zu einem Spiel von Manchester United angereist. Aus Sierra Leone. 5000 Kilometer. 15 Stunden Flugzeit.


Die Partie gegen den AFC Bournemouth wurde allerdings ebenfalls kurz vor Anpfiff abgesagt (der Grund: ein verdächtiger Gegenstand bzw. eine Sprengstoff-Attrape, weswegen das Stadion evakuiert wurde). Moses’ Geschichte ging aber noch besser aus als die von Ric Wee. Als nämlich andere ManUnited-Fans von dem unglücklichen Anhänger aus Sierra Leone erfuhren, sammelten sie Geld, damit er seinen Rückflug umbuchen konnte, um die Wiederholungspartie am Dienstag und das FA Cup Finale am Samstag zu sehen.
 
Vize-Geschäftsführer Ian Sterlin twitterte später: »Moses is a happy man. This is what being United is about.«
 
Männer trinken keine Fanta
Der FK Pribram und Slavia Prag spielen in der ersten tschechischen Liga. Vor dem Aufeinandertreffen der beiden Teams am vorletzten Spieltag, war Pribram in großer Abstiegsnot. Das sollte man wissen, um folgende Geschichte richtig einzuordnen.
 
Bei jenem durchaus wichtigen Spiel lief nämlich der vierte Schiedsrichter Marek Pilny mit argen Gleichgewichtsproblemen auf. Oder anders: Er torkelte auf. Oder anders: Er war der Mann mit der Fahne. Oder anders: ____________ (bitte hier weiteren mittelmäßige Schiedsrichter-Gag einfügen)
 

 
Wie auch immer: Pilny hatte vor dem Spiel offenbar ordentlich gebechert. Einmal fiel er sogar hin.
 
Miroslav Pelta vom tschechischen Fußballverband analysierte nach dem Spiel die Laufwege des vierten Offiziellen: Pilny sei »sichtlich betrunken« gewesen. »Er lief hinter dem Linienrichter her und imitierte dessen Bewegungen.« Pilnys Trinkkumpan war übrigens Torrichter Jiri Jech gewesen. Der wankte nämlich auch und soll während des Spiels seine Notdurft verrichtet haben. »Pilny und Jech waren nicht angeheitert«, ergänzte Pelta auf einer Pressekonferenz, »sie waren betrunken. Für uns existieren sie nicht mehr.«
 
Was Pilny und Jech nach dem Spiel taten, ist bislang nicht überliefert. Vielleicht bestellten sie im Lokal ihres Vertrauens einen »Ahlenfelder«.  Ziemlich sicher tranken sie keine Fanta.