Kommentar zu Robin Dutt

Der Sensenmann

Auch wegen Robin Dutt droht dem VfB Stuttgart der erste Abstieg seit 1975. Ein Kommentar.

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In der sechsten Folge der zweiten Staffel von »Family Guy« taucht plötzlich der Sensenmann auf. »Death is a Bitch«, heißt die Serie im Original. Weil der Tod nun mal eine blöde Sau ist. In dieser Folge muss Hauptfigur Peter Griffin den Sensenmann vertreten, weil der sich ein Bein gebrochen hat. Das artet natürlich aus. Wen oder was der Sensenmann auch berührt, alles und jeder stirbt.

Dutt kommt, das Leben entweicht

Nun wollen wir den ehemaligen Industriekaufmann, ehemaligen Trainer, ehemaligen DFB-Sportdirektor und amtierenden Vorstand Sport des VfB Stuttgart nicht mit dem Tod vergleichen. Und doch scheint aus allem, was Robin Dutt in jüngerer Vergangenheit angefasst hat, das Leben zu entweichen.

Lassen wir dafür die Zahlen sprechen:

Während seiner Amtszeit als Trainer von Bayer Leverkusen 2011 war Dutt nicht nur für die höchste Europapokal-Niederlage in der Leverkusener Geschichte verantwortlich (1:7 gegen den FC Barcelona), sondern auch für die höchste Pleite in einem Derby gegen den 1. FC Köln (1:4). Er war der erste Trainer in 23 Jahren, der vorzeitig als Bayer-Coach entlassen wurde, ohne eine Saison beendet zu haben.

Neun Spiele ohne Sieg

Nach einer kurzen Amtszeit beim DFB vom 1. August 2012 bis zum 31. Mai 2013 in der Dutts tatsächliches Schaffen stets ein Geheimnis blieb, wurde er zu Beginn der Saison 2013/14 Trainer von Werder Bremen und Nachfolger von Thomas Schaaf. In der ersten Spielzeit wurde Dutt mit Werder Zwölfter. In der laufenden Spielzeit vollbrachte er das Kunststück, mit dem SVW in den ersten neun Spielen nicht eine einzige Begegnung zu gewinnen. Nach neun Partien und ganzen vier Punkten wurde Dutt entlassen. Sein Nachfolger Viktor Skripnik hat Stand jetzt 38 Punkte gesammelt. Werder steht auf Platz sieben, einen Punkt entfernt von einem Europa League-Rang.

Am 6. Januar 2015 wurde Dutt als neuer Vorstand Sport beim VfB Stuttgart vorgestellt. Da war der VfB auf Platz 15 und hatte in 17 Spielen 17 Punkte gesammelt.

Nach dem 31. Spieltag sind die Stuttgarter Letzter, drei Punkte von Relegationsplatz 16 entfernt. Seit Robin Dutt da ist, hat der Klub ganze zehn Punkte geholt. In den ausstehenden drei Partien spielt der VfB gegen die wiedererstarkten Abstiegskämpfer Hamburger SV und SC Paderborn, zudem gegen Mainz 05, eine Mannschaft, die zumindest noch theoretisch Chancen auf eine Europa League-Teilnahme hat.

Der fünfmalige Deutsche Meister VfB Stuttgart ist so gut wie abgestiegen.