Kommentar zu den Aussagen von Weiler und Schäfer

Einfältig und unreflektiert

Mit ihren Aussagen über den erkrankten Marco Russ sorgten Nürnbergs Trainer René Weiler und Torwart Raphael Schäfer gestern nach dem Spiel für einen Eklat. Eine wirklich zweitklassige Aktion.

Imago

Es gab eigentlich wenige Gründe, in der Relegation 2016 als neutraler Fan irgendwie Partei zu ergreifen. Sofern man nicht aus Fürth oder Offenbach kam, hätte man sich am kommenden Montag genauso beruhigt vor den Fernseher setzen können wie am Donnerstagabend. Mit Frankfurt und Nürnberg trafen zwei Traditionsvereine aufeinander, beide würden der Bundesliga, die sich ja im Moment immer mehr nach der guten alten Zeit zu sehnen scheint, in der Saison 2016/17 gut tun.

Die Neutralität verlor man erst bei den Interviews nach dem Spiel

Nicht mal die 90 Hinspiel-Minuten boten sich für einen Griff zum Frankfurt- oder Nürnberg-Schal an. Sicher, die Eintracht spielte besser, aber es waren keine strittigen Schiedsrichterentscheidungen zu sehen, keine unfairen Aktionen und wenn man von den Pyromanen im Nürnberger Block absieht auch keine Einflüsse von Außen vorhanden, die den neutralen Zuschauer dazu bewogen hätten, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen.

Nein, es dauerte bis zu den Interviews nach dem Spiel an, bis man einen Grund fand, sich am Montag der Frankfurter Eintracht zuzuwenden. Als René Weiler, der Trainer der Nürnberger, der dem Verein die ganze Saison über ein sympathisches Gesicht gegeben hatte, am ARD-Mikrofon auf Marco Russ Tumor-Erkrankung angesprochen wurde, überraschte oder besser gesagt entsetze er mit seiner Aussage: »Der Fußball darf nicht hinhalten für irgendwelche Inszenierungen«, sagte der Schweizer Trainer.