Klopp vs. Mourinho: Wer ist der Größte?

Blutdurst und Adrenalin

Medienarbeit:
Die Medien lieben Jürgen Klopp. Pressekonferenzen mit ihm gleichen einem Gruppenkuscheln in der WG-Küche, Journalisten spielen Klopp seicht die Bälle zu, die er mit schlafwandlerischer Sicherheit versenkt. Die Videos mit seinen besten Sprüchen sind ein Paradebeispiel für perfekte Medienarbeit. Wer Klopp eine Frage stellt, kann sich sicher sein, ein buttwerweiches Zitat mit in die Redaktion zu bringen. José Mourinho hingegen hasst die Medien. Sie sind für ihn wie Fliegen, die um einen Haufen Kacke kreisen. Lästig, störend, abstoßend. Mit dieser Einstellung tritt er in jeder Pressekonferenz den Unwissendend aus Funk, Presse und Fernsehen gegenüber. Das Ergebnis sind oft herrlich knorrige Schlagabtäusche, die allenfalls von den Stellungskriegen eines Louis van Gaal übertroffen werden. Und dennoch reicht es nicht gegen den »Prince Charming« der Trainerszene, Buddy Kloppo. Stand: 2:2

Spielidee:
Während Klopp auf überfallartigen Attackierfußball setzt, bei dem die Spieler mit einer Mischung aus Endorphin und Adrenalin auf den Gegner gehetzt werden, ist Mourinho eiskalter Realist. Ihm ist es relativ egal, ob seine Mannschaft schön oder hässlich spielt, so lange sie effektiv ist und gewinnt. Wer verstehen möchte, wie egal ihm das Geläster über seine Idee vom Fußball ist, dem sei diese Rede aus dem Mai empfohlen: (Link)



Das Supertrainer-Meter sagt: Klopps Art Fußball zu spielen, entspricht dem Zeitgeist und ist spektakulär. José Mourinhos Spielidee wirkt mitunter antiquiert, Fans und Experten reagieren mit Ekel. Andererseits ist Mourinho in vier europäischen Topligen Meister geworden, hat zwei Mal die Champions League und ein Mal den Uefa-Pokal gewonnen. Was soll man da sagen? Genau: The winner takes it all, Punkt für Mou und der 3:2-Gesamtsieg.