Klopp vs. Mourinho: Wer ist der Größte?

Der ultimative Supertrainercheck

»The Special One« vs. »The Normal One«: Heute kommt es in der Premier League zum Duell der Supertrainer. In unserem unfehlbaren Check verraten wir, wer am Ende seine Mannschaft zum Erfolg führt. 

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Selbstbewusstsein:
Legen wir mit der Königskategorie beider Alpha-Trainer los, denn beide sind Super-Egos der Extraklasse. Sie lieben es, sich reden zu hören. Sie genießen das Bad in der Menge. Sie sind die Größten ihrer Zunft und wissen, dass die meisten Fans, Klubbosse und Spieler ihnen zu Füßen liegen. Doch während Jürgen Klopp weiterhin das Bild des hemdsärmligen Neulings kultiviert, der all das, was um ihn herum passiert nur staunend bewundern kann, gefällt sich José Mourinho längst als arrogantester Gockel an der Seitenlinie. Dieser Schutzpanzer aus Verächtlichkeit gegenüber allem und jedem macht ihn unnahbar und interessanter als dem knuffigen Kumpel Kloppo, der sein wahres Gesicht oft nur nach Niederlagen zeigen kann. In puncto Selbstbewusstsein liegt Mourinho also leicht vorne. 1:0 für den Chelsea-Trainer

Selbstmitleid:
Auch hier ist es eine knappe Sache, denn beide Trainer erkennen meist schnell, wer Schuld an Niederlagen ihrer Teams ist. Niemals die Trainer, selten die Mannschaft und immer alle anderen. Während Klopp sich jedoch oft auf die Unparteiischen, das harte Einsteigen des Gegners oder die allgemeine Ungerechtigkeit der Welt einlässt, fährt Mourinho schwerere Geschütze auf und verfranst sich nicht selten in Verschwörungstheorien. Ob Unicef, die Uefa oder das gesamte Sonnensystem, kein Gegenspieler ist dem Portugiesen zu klein, um ihn gegen sich ins Spiel zu bringen. Aufgrund dieses fortschreitenden Wahnsinns liegt Mourinho auch hier leicht vorne. 2:0 für The Special One.

Jubelperformance:
Schon in der Bundesliga waren Klopps Jubelarien pures Gold für die übertragenden Sender. Wildes Schlagen auf die Brust, in die Luft gemalte Herzen und Vollsprints über den Platz: Wenn Kloppo in Feierlaune war, konnte ihn niemand stoppen. Am vergangenen Spieltag durfte er auch das erste Mal ein bisschen in der Premier League jubeln. Klopp feierte einen Treffer gegen FC Southampton dermaßen ausschweifend, dass die britischen Fans und Kollegen sich vom Fleck weg verliebten. Was wohl erst passieren wird, wenn Liverpool mal ein Tor gegen einen echten Gegner schießt? José Mourinho hingen spart sich seinen exzessiven Jubel für die ganz großen Duelle auf. Da rutscht er auf Knien durch das Camp Nou, hält sich im Old Trafford den Zeigefinger vor den Mund und springt verdutzten Balljungen auf den Rücken. Ebenfalls durchweg großes Kino, doch wegen seiner seltenen Darbietung leider leicht hinter den ausdauernden Endorphinkicks von Jürgen Klopp. Zwischenstand also: 2:1 für Mou.