Kein Bock auf Europa?

Dreimal gemischte Gefühle, bitte!

Mit dem Spiel des BVB in London geht für die deutschen Klubs die Champions League wieder los. Aber irgendwie war die Vorfreude auf die sogenannte Königsklasse schon mal größer. 

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Da sage noch einer, Fußball wäre berechenbar geworden. Einen Monat vor dem Brexit treffen in der Champions League drei Bundesligisten auf drei englische Klubs – und es sind die Deutschen, die ein bisschen mit Europa zu fremdeln scheinen.

Nichts zu verlieren?

In Schalke könnte man eigentlich frohen Mutes an die Aufgabe gegen Man City herangehen, schließlich haben die Knappen, wie man gerne sagt, nichts zu verlieren. Aber das ist natürlich Quatsch. Man hat immer etwas zu verlieren, nämlich ein Spiel. Diesmal sind es gleich zwei – und zwar gegen ein All-Star-Team, das von einem der reichsten Staaten der Welt zusammengestellt wurde und das am Wochenende ein halbes Dutzend Tore gegen eine Elf geschossen hat, die von einem der reichsten Männer der Welt eingekauft wurde. Kein Wunder, dass viele Schalke-Fans ein Debakel fürchten und hoffen, es möge alles schnell vorbeigehen.

In München wittert man derweil zwar gerade Morgenluft und sieht die Möglichkeit, doch noch den sechsten, siebten oder achten – wer hat da noch den Überblick? – Meistertitel in Folge zu holen. Aber eigentlich sehnt man sich ja in und um Fröttmaning nach einer anderen Trophäe. Wenn vor den Spielen gegen Liverpool dann jemand wie Dietmar Hamann meint »In diesem Duell ist Bayern München nur Außenseiter«, dann kann man das natürlich als weitere Fehleinschätzung eines nur vermeintlichen Experten abtun … man kann es aber auch mit jenen Bayern-Fans halten, die sich jetzt schon überlegen, auf welcher einsamen Berghütte sie die Wochen verbringen wollen, bis Häme und Spott über ein Ausscheiden schon im Achtelfinale – und ausgerechnet gegen Jürgen Klopp – langsam nachlassen.

Reelle Chance für Dortmund

Bleibt also noch der BVB. Von dem darf man aber doch nun wirklich annehmen, dass er sich vorbehaltslos auf die Königsklasse freut, oder? Immerhin fehlen dem heutigen Gegner Tottenham wahrscheinlich Harry Kane und Dele Alli, während man selbst Thomas Delaney wieder an Bord hat, der gegen Hoffenheim und auch in der entscheidenden Phase gegen Bremen mehr vermisst wurde als Marco Reus. Und selbst wenn alles anders kommt, wenn die beiden Engländer also doch auflaufen und den BVB seine eigenen Ausfälle schmerzlich treffen, haben die Schwarz-Gelben immerhin eine reelle Chance aufs Viertelfinale. 

Die Frage ist nur: Wollen sie das?