Karrieresprungbrett U21-EM

Früh übt sich

Unseren jungen Europameistern wird eine steile Karriere prophezeit. Doch ist es zwangsläufig, dass Khedira Ballack verdrängt? Muss Klose Wagner fürchten? Wir haben die Laufbahnen ehemaliger U21-Stars zurückverfolgt. Karrieresprungbrett U21-EM Den Traum, irgendwann einmal in der Nationalmannschaft zu spielen, träumt wohl jedes Kind, das an Fußball Interesse zeigt. Manchmal sind diese Kinder 24 Jahre alt, spielen in der Verbandsliga und hoffen immer noch auf diesen einen Anruf. Schließlich wurde auch der Europameister und Trainer der erfolgreichsten deutschen Jugend aller Zeiten erst mit 24 Jahren in die Bundesliga geholt und durfte erst mit 28 sein erstes Länderspiel bestreiten. So wie der Horst, so wollen sie werden. Doch Augen auf, schlaf aus den Augen reiben, Spielerdaten lesen, landen.

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Schauen wir uns die Europameister 2008 an. In Spaniens A-Kader finden sich sage und schreibe drei Spieler, die nicht in einer der Jugendnationalmannschaften spielten, unter ihnen der Ersatztorwart Diego López. Bei Noch-Weltmeister Italien sieht dies nicht anders aus. Auch hier gibt es lediglich drei Nationalmannschaftsspätzünder, Luca Toni, der ja generell ein ungewöhnlicher Italiener ist und freiwillig in der Bundesliga spielt, Mauro Camoranesi, der lange auf eine Berufung aus Argentinien hoffte – man muss sich alle Wege offen halten - und Fabio Grosso.

Jogi, reagieren Sie!

Der Umkehrschluss heißt nun, dass wir, wenn Jogi Löw schnell handelt, 2010 Weltmeister werden, bei langsamer Reaktion eben 2014, und 2012 als Europameister das Jubeln schon mal üben können. Die Zukunft wird Schwarz-Rot-Gold. Die Marschrichtung für die Führungsspieler von gestern heißt, die Führungsspieler von morgen zu werden. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, ein gutes Turnier noch lange keine steile Karriere.

Die Namen derer, die bei einer U21 Europameisterschaft dabei waren, lesen sich wie Zucker: von Ruuuuuudi Völler über Zinédine Zidane bis hin zu Andrea Pirlo oder Peter Cech. Egal, auf welcher Position sie spielten, sie alle haben ihr Sprungbrett genutzt und gehören heute zu denen, die man nicht vergessen wird.

Doch es geht auch anders. Der Italiener Renato Buso war der Topspieler der U21-EM 1992, er wurde zum »Goldenen Spieler« gewählt, man malte eine rosige Zukunft für den Mittelfeldspieler – und dann war nie wieder etwas von ihm zu hören. Noch nicht mal bei der Allzweckwaffe gegen Wissenslücken, Wikipedia, hat er sich einen Eintrag erarbeitet.

Lieber Sandro Wagner, merke dir also eins: Willst du nicht wie Buso enden, darfst du beim nächsten Spiel nicht so artistisch an einem todsicheren Tor vorbeisegeln.

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