Kann Aaron Hunt dem HSV weiterhelfen?

Auf den Hunt gekommen

Einst Identifikationsfigur in Bremen, jetzt Hoffnungsträger in Hamburg – Aaron Hunt steht beim HSV vor seinem Debüt.

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Einmal hat Aaron Hunt in seiner Zeit als Bremer gegen den HSV getroffen. Am 1. September 2012, beim Heimspiel im Weserstadion. Hunt verwandelte damals in der 52. Minute einen Elfmeter. Seinen ersten Strafstoß zehn Minuten zuvor hatte er noch verschossen. Wenn man so will, ist Hunts Bilanz als Bremer gegen den HSV ausgeglichen. Das sind gute Voraussetzungen für einen, der vor zwei Jahren vermutlich noch arge Probleme bekommen hätte, wenn er sich auf einen Absacker in eine HSV-Kneipe begeben hätte.

Er kostete »nur« 2,5 Millionen Euro

Wie das so geht in diesem schnelllebigen Geschäft: aus der Hassfigur Hunt ist der Hoffnungsträger geworden. Der 28-jährige Mittelfeldmann wurde erst am letzten Tag der Transferperiode für 2,5 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg gekauft. Und soll jetzt schon eine ganzen Klub vor der nächsten desaströsen Saison bewahren.

»Aaron Hunt wird uns mit Sicherheit sofort verstärken«, behauptete HSV-Trainer Bruno Labbadia gleich nach der Verpflichtung des Linksfußes. Sein Sportdirektor Peter Knäbel ging noch einen Schritt weiter: »Er ist das Puzzleteil, das uns gefehlt hat.« Sie erwarten sich sehr viel von einem, der in der vergangenen Saison nur 17 Einsätze hatte, wegen eines Innenbandabrisses viele Wochen in der Rückrunde fehlte und beim VfL nicht über den Status eines Ergänzungsspielers hinauskam.

Zehner? Achter? Hängende Spitze? Oder gleich alles?

Zu viel? Denn Hunt, ohne Zweifel ein überdurchschnittlich begabter Spielgestalter, soll beim HSV gleich eine ganze Reihe kreativer Aufgaben übernehmen, für die sich in den vergangenen Jahren niemand zuständig bzw. befähigt gefühlt hat. Labbadia sagt: »Aaron ist flexibel einsetzbar. Er kann als hängende Spitze, als Zehner oder Achter spielen.« Oder am besten gleich alles zusammen. Denn die Hamburger gehörten auch deshalb in den vergangen beiden Spielzeiten zu den Abstiegskandidaten, weil es an Führungskräften in der Offensive mangelte. Rafael van der Vaart, der diese Rollen eigentlich übernehmen sollte, scheiterte daran zuletzt so konsequent, das es außenstehende Beobachter doch sehr verwunderte, wie lange der Klub an ihm festhielt.