Jürgen Klopp unterstützt die BVB-Fans

»Die Fahne muss weg!«

Letztes Jahr machte der BVB seinen Fans ein ganz besonderes Geschenk: eine überdimensionale Mega-Fahne vom Hauptsponsor. Nach einem Machtwort von Jürgen Klopp wurde der Stoffriese nun endlich erhängt. Jürgen Klopp unterstützt die BVB-Fansimago images
Borussia Dortmund »schenkte« seinen Fans letztes Jahr eine Fahne. Der 1000qm große Stoffriese trug das überdimensionale Logo des Hauptsponsors auf der Brust und wurde ausgerechnet bei »You`ll never walk alone« vom Stadiondach fallen gelassen - genau vor der Südtribüne. Drei dont`s des Vereins, die sich die BVB-Fans nicht lange bieten lassen konnten.

[ad]

Vor der Namensänderung des Westfalenstadions betonte die Vereinsführung immer wieder aufs Neue, die Südtribüne werbefrei bleiben zu lassen. Und dann das! Als Geschenk verpackt! Der Protest wanderte aus diversen Internetforen zügig ins Stadion. Entrollte sich das riesige »Geschenk« von der Decke, bedankten sich die Fans immer wieder mit einem Pfeifkonzert und lautstarken »Die Fahne muss weg«-Rufen bei ihrem Klub. Die Vereinsführung reagierte - und ließ die Fahne zumindest zu einem anderen Zeitpunkt des Vorprogramms herunter. Ein Teilerfolg. Denn der Protest richtete sich generell gegen das Werbeobjekt - die Fahne musste weg. Ein von hochrangigen Mitgliedern der Fanszene verfasster Brief an Dr. Müller blieb bis heute unbeantwortet.

Zur neuen Saison verlängerte der BVB vorzeitig die Verträge mit dem Namensgeber des Westfalenstadions und dem Hauptsponsor. Der Torwart von Borussia Dortmund läuft mitllerweile sogar schon in den Farben von Evonik auf. Auf einer Pressekonferenz verkündete der Bundesliga-Beauftragte des Sponsors, Lutz Dreesbach, dass es zur neuen Saison auch eine neue Fahne gäbe - schließlich sei eine Fahne mit dem alten Trikot nicht realitätsgetreu. Hört, hört! War die Fahne nicht eigentlich ein Geschenk des Vereins? Oder war die Fahne tatsächlich ein Geschenk eines Geschenk des Hauptsponsors?

In den ersten zwei Heimspielen der laufenden Bundesligasaison verzichtete der Verein im Vorprogramm nun auf die Fahne, obwohl, klar erkennbar, bereits eine neue installiert ist. In mehreren Gesprächsrunde mit Fanclub-Vertretern wurde Jürgen Klopp das Missfallen des Werbebanners vorgetragen. Der neue Trainer machte seinen Einfluss auf den noch-Vorsitzenden von Evonik geltend. Dr. Müller sagte zu dem Thema, dass sich Evonik nicht querstellen wolle, wenn es zur Steigerung der Sympathie beiträgt. Aber wieso hat man das nicht bereits in der abgelaufenen Saison gemerkt, als bei jedem Heimspiel eine Vielzahl von Anhängern lautstark protestierten?

Auf der einen Seite ist es äußerst schade, dass unser Hauptsponsor beim Thema Fahne derart beratungsresistent scheint, dass erst der Cheftrainer einschreiten muss, bevor man sich den Wünschen der Fans stellt - obwohl diese mehrfach vorgetragen wurden. Auf der anderen Seite überwiegt jedoch die Freude, dass die Fahne offenbar endlich beseitigt ist, und wir mit Jürgen Klopp einen Trainer gefunden haben, für den wir Fans nicht nur schmückendes Beiwerk auf der Tribüne, sondern erheblicher Teil des Vereins sind.

Schließen wir das Kapitel mit dem Wunsch auf eine transparentere Zusammenarbeit mit Evonik in der Zukunft , immerhin erfreut uns das Unternehmen mit amüsanten oder selbstironischen Werbeanzeigen und engagiert sich beispielsweise für das Borusseum oder die Initiative „Roter Keil. Es ist also nicht alles schlecht... und die Fahne ist weg.


Mit freundlicher Genehmigung von www.schwatzgelb.de