Jorge Valdivia, Chiles heimlicher Copa-Star

Fitter als je zuvor

Der jetzige Chile-Trainer Jorge Sampaoli kann und möchte auf Valdivia nicht mehr verzichten. Doch auch diese Beziehung gestaltete sich zunächst schwierig. Bei der WM im letzten Jahr fristete Chiles Zehner nach der Auftaktpartie nur noch ein Reservistendasein. Für das damals hochintensive Pressingsystem war der konditionell schwache Valdivia nicht geeignet.

Einer der Spieler des Turniers

Mittlerweile hat er zusammen mit dem kubanischen Fitnessspezialisten José Ernesto Amador, einem Vertrauten Sampaolis, an gewissen körperlichen Schwächen gearbeitet. So sehen wir aktuell den fittesten und fokussiertesten Valdivia, den es jemals gab. Das zahlt sich bei der laufenden Copa aus. Denn bis jetzt ist er einer der Spieler des Turniers.

Dabei half auch Sampaolis taktische Umstellung. Chile hat den Jagdfußball etwas zurückgefahren. Dafür dominiert »La Roja« nun mit viel Ballbesitz und Passspiel. Das kommt einem Passkünstler wie Valdivia natürlich entgegen. Seine leichten körperlichen Defizite gleichen laufstarke Nebenmänner wie Vidal und Charles Aránguiz aus. Sampaoli geht diesen Kompromiss bewusst ein.

Dem süßen Leben abgeschworen

Valdivia musste für die Anerkennung, die ihm mittlerweile entgegengebracht wird, hart arbeiten und dem süßen, verführerischen Leben abschwören. Vor nicht allzu langer Zeit konnte man noch davon ausgehen, dass ihm mit Anfang 30 selbst die Luft für zehnminütige Kurzeinsätze fehlen wird. Doch entgegen der schlampigen Genies auf den Dorfplätzen dieser Erde verbreitet dieser Zehner alter Schule seine Magie auf der ganz großen Bühne des Fußballs.

In der Nacht von Montag auf Dienstag spielt Chile im Halbfinale der Copa América gegen Peru – mit Jorge Valdivia und seinen Zauberfüßen.