Javier Mascherano, Argentiniens Anführer

»Der hat kein Barca-Niveau!«

Die zwei verbindet eine innige Freundschaft, nicht erst seit ihrer gemeinsamen Zeit in Barcelona. Beide kamen ungefähr zur gleichen Zeit zur Nationalmannschaft, Messi war 18, Mascherano 21 Jahre alt. Mascherano, unter Diego Maradona noch Kapitän der Auswahl, war es, der Sabella darin bestärkte, Messi zum Kapitän zu machen. Er war überzeugt, dass Messi mit der Binde am Arm mehr Sicherheit in der Nationalmannschaft erlangen und endlich Verantwortung übernehmen würde. So kam es auch.

Guardiola sagt über ihn: »Er ist sehr intelligent«

Mascherano benötigt keinen Stofffetzen, um Einfluss auszuüben. In Barcelona, bei seinem Klub und in der Nationalmannschaft nennen sie ihn »el jefecito«, den kleinen Chef. Eine Anspielung auf seine geringe Körpergröße, Mascherano ist nur 1, 72 Meter groß. Keine idealen Voraussetzungen für einen, der entweder als Innenverteidiger (in Barcelona) oder im defensiven Mittelfeld (Argentinien) zum Einsatz kommt. Seine fehlende Größe macht er durch außergewöhnliches Spielverständnis wett. Mascherano sieht Dinge auf den Feld, bevor sie passieren. Sein ehemaliger Trainer Pep Guardiola sagte vor wenigen Tagen bei einer Podiumsdiskussion in Buenos Aires über ihn: »Er ist sehr, sehr intelligent.« Und fleißig. Als er vor vier Jahren aus Liverpool nach Barcelona wechselte, raunte das anspruchsvolle Publikum im Camp Nou. »Der hat kein Barça-Niveau«. Die Kritik ließ Mascherano nicht verzweifeln, im Gegenteil. Nach den Trainingseinheiten ging er nicht wie die anderen nach Hause, sondern schaute im Innenraum des Stadions stundenlang Videos, um das anspruchsvolle Spiel unter Guardiola zu verstehen.

Bald darauf war er fester Bestandteil der besten Mannschaft der jüngeren Fußball-Historie.

Mascherano gewann die Champions League, den Weltpokal, die spanische Meisterschaft, die Copa del Rey und den Supercup. Nur der WM-Pokal, der fehlt ihm noch.