Jakub Blaszczykowski über die schlimmste Zeit seines Lebens

»Der Verein ist größer als die Spieler«


Wenige Tage nach Ihrem Wechsel zum BVB 2007 haben Sie den ›Ruhr Nachrichten‹ verraten, dass Sie auch gerne nach Spanien gegangen wären. War Dortmund nur die B-Wahl?

Das habe ich gesagt? (Lacht.) Es zeigt, wie wenig Ahnung ich damals hatte. Der BVB wirkte auf mich vielleicht wie ein kleinerer Verein, denn das Team spielte nicht international. Allerdings hat mein Onkel schon bei den Verhandlungen gesagt: ›Kuba, Dortmund ist ein Topklub. Phantastisches Stadion, tolle Fans, große Geschichte.‹ Und genau das hätte ich nach ein paar Wochen in Dortmund auch gesagt.


Dort hatten Sie auch einige polnische Mitspieler?

Für ein paar Monate spielte ich noch mit Ebi (Smolarek, d. Red.) zusammen, das war gut für die Eingewöhnung. Lewy und Piszczu (Lukas Piszczek. d. Red) kamen erst 2010. Piszczu und ich kennen uns seit unserer Kindheit. Er ist bis heute ein echter Freund.


Mit Robert Lewandowski sollen Sie Ihre Probleme haben.

Eine Sache, die von den Medien aufgebauscht wird. Wir sind unterschiedlich. Du musst doch nicht mit jedem deiner Mitspieler Kaffee trinken gehen, nur weil er ein Landsmann ist.


Haben Sie mitbekommen, dass er vor kurzem einen Uni-Abschluss gemacht hat?

lar, und ich freue mich für ihn. Ich verstehe aber die Aufregung der Medien oft nicht. Es gibt so viele Sportler, die nebenbei studieren.

Haben Sie studiert?

Ja. Touristik und Geografie, demnächst mache ich noch meinen Magister mit Schwerpunkt Sport.


Interessieren Sie sich für Statistiken?

Nicht wirklich. Ich versuche, meinen Job auf dem Platz gut zu machen.


Für Borussia Dortmund haben Sie 197 Spiele gemacht, an 70 Toren waren Sie direkt beteiligt.

Okay. Das höre ich zum ersten Mal.


Besonders stark spielten Sie in der Saison 2012/13: Elf Tore, dreizehn Assists. Jürgen Klopp nannte Sie damals seinen besten Spieler.

(Lacht.) Das hat er bestimmt gesagt, weil er glaubte, ich lese es. Mit Jürgen kam ich super aus. Wie alle in der Mannschaft. Es war beim BVB damals wie eine Familie – und Jürgen war der Vater. Ich habe mich beim BVB nicht nur sportlich verbessert, die Zeit hat mich auch menschlich weitergebracht.


Warum kamen Sie mit Thomas Tuchel nicht zurecht?

Das weiß ich nicht. Wir haben nie wirklich miteinander gesprochen. Aber ich will jetzt auch nicht nachtreten, das wäre schwach. Und Sie kennen doch den alten Satz: Der Verein ist größer als die Spieler. Außerdem habe ich immer noch viele Freunde in Dortmund und sage niemals etwas Negatives über diesen Klub.


Mats Hummels sagte mal: ›Mich mögen die Münchner Fans nicht, die Schalker hassen Kevin Großkreutz. Kuba aber lieben alle.‹ Warum ist das so?

Das müssen Sie die Leute fragen. (Überlegt.) Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich ein ganz normaler Typ bin.


Wie Klopp? The normal one, meinen Sie?

Ja, das passt zu ihm. Ich würde mich aber nie mit ihm auf eine Stufe stellen.