Italiens »Trainer-Killer« tritt zurück

Der große Zamparini

Im Norden Siziliens regiert die Mafia - und Maurizio Zamparini. Bis gestern, als der Präsident von US Palermo zurücktrat. Ein Aufatmen dürfte durch die italienische Trainerlandschaft gehen.

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Maurizio Zamparini hat Trainer entlassen. Wie viele es genau sind, ist nicht zu sagen. Der Kicker spricht von 58 Trainern in 30 Jahren. Andere Quellen zählen 35, 40 oder - wie das niederländische Portal voetbal-international, insgesamt 61 Entlassungen. Fest steht: Es waren viele. Viel zu viele.

Mit seinem Grundsatz »Trainer sind wie Wassermelonen. Bevor du sie aufmachst, weißt du nie genau, was drinsteckt« schnitt Präsident Zamparini beim US Palermo Trainer um Trainer auf. Für die vergangene Spielzeit liest sich die Amtsliste dann so: Giuseppe Iachini (12 Spiele), Davide Ballardini (7 Spiele), Guillermo Barros Schelloto (0 Spiele, keine gültige Lizenz), Fabio Viviana (1 Spiel), Giovanni Bosi (1 Spiel), Giovanni Tedesco (3 Spiele), erneut Giovanni Bosi (1 Spiel), erneut Giuseppe Iachini (3 Spiele), Walter Novellino (4 Spiele) sowie Davide Ballardini (6 Spiele), der nach zwei weiteren Spielen in der darauffolgenden Saison ebenfalls seinen Hut nehmen durfte.

»Ich butterte nur rein«

Mit 31 Jahren hatte Zamparini in Norditalien eine überregionales Einkaufskette erschaffen und 30 Jahre später - im Jahr 2002 - für 1000 Milliarden Lire (in Zahlen: 1 000 000 000 000) verkauft. Bereits 1986 hatte er sich den SSC Venedig einverleibt und in die Serie A geführt. Begeistert war Zamparini davon nicht: »Ich butterte nur rein und verlor 100 Millionen Euro.« Zu diesem Zeitpunkt durchlebte der US Palermo eine Zäsur. Aufgrund von Verbindlichkeiten war der Verein vom Verband ausgeschlossen worden, kämpfte sich unter neuem Namen zurück in die Serie B und wurde dort 2002 von Zamparini aufgekauft.

La Strada

Im Italo-Klassiker »La Strada - das Lied der Straße« kauft der große Zampano das naive Mädchen Gelsomina ihrer Mutter ab und macht sie von sich abhängig. Er lässt sie für sich auftreten, verspottet sie und gesellt sich sogar in ihrer Anwesenheit zu anderen Frauen. Oft muss Gelsomina die Rolle eines traurigen Clowns ausfüllen.

Zwischen dem US Palermo und Maurizio Zamparini schien sich jedoch in den ersten Jahren eine Liebesgeschichte zu entwickeln. In der zweiten Saison führte Trainer Francesco Guidolin den Klub mit Torjäger Luca Toni in die Serie A. Dort wurde Toni Torschützenkönig, Palermo erreichte in einer Rekordsaison die UEFA-Cup-Plätze und Guidolin trat zurück.

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