Italiener pinkelt sich zur Sperre

Muss er laufen lassen

In Italiens fünfter Liga wurde ein Spieler für »obszönes Wildpinkeln« mit einer Fünf-Spiele-Sperre belegt. Kurios genug? Dann wartet ab, wie der Präsident des Spielers die Situation erlebt hat.

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Wildpinkeln kostet. Je nach Anlass zwischen 35 Euro (einfach so, irgendwo und irgendwann in Deutschland) und stolzen 200 Euro (während des Karnevals in Köln). Oder aber, wie in Italien, fünf Spiele Sperre. Wenn man denn Fußballer ist. So wie Giovanni Liberti, 21-Jähriger Mittelfeldspieler von AP Turris Calcio, einem Fünftligisten aus dem Großraum Neapel.

Der hatte, so zumindest lautet der Vorwurf, im Heimspiel gegen Sarnese 1926 und just in Front der gegnerischen Anhänger sein männliches Anhängsel aus der Buxe geschält und seinem natürlichen Drang freien Lauf gelassen. Nicht ohne währenddessen - wenn man schon mal dabei ist - auch noch obszöne Gesten mit Hilfe und in Richtung seines Genitals zu veranstalten.

Wildpinkler oder Trikotstopfer?!

Nun mag der Laie darüber staunen, wie es denn zeitgleich möglich sei, zu urinieren und obszöne Gesten in den Abend zu stellen. Mit solchen Petitessen allerdings hielt sich der italienische Verband gar nicht erst auf und verhängte besagte Fünf-Spiele-Sperre.

Das wiederum brachte den Präsidenten des Verurteilten auf die Palme. Denn, so seine Gegenrede, es sei ja alles ganz anders gewesen. Keinesfalls habe sein Spieler sich wildpinkelnd erleichtert. Vielmehr sei das Ganze ein einziges, großes Missverständnis. Tatsächlich habe Giovanni Liberti sich einfach nur in der Nähe eines Wasserspenders aufgehalten, während er sein Trikot in seine Hose stopfte. So wie es die Regeln vorsehen. 

Plötzlich ein Kavaliersdelikt

Und überhaupt sei die Verurteilung einzig und allein der Beobachtung des Linienrichters zu verdanken, der allerdings auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfelds und mithin mit dem ungünstigsten Blickwinkel auf das Geschehen geschlagen war.

Die Fünf-Spiele-Sperre bleibt aber so oder so vorerst bestehen. Wie übrigens die zeitgleich verhängte Strafe für Francesco Ferrieri von Frattese Calcio, der am gleichen Wochenende den Masseur der gegnerischen Mannschaft »attackiert und getreten« haben soll. Und plötzlich wirkt Wildpinkeln wie ein olles Kavaliersdelikt.